Bonns Hofviertel: Kurfürstliches Schloss, Alter Zoll und 3 weitere Orte

The Electoral Palace in Bonn

Dieser Beitrag führt durch das alte Hofviertel von Bonn, den Teil der Stadt, der für die Kölner Kurfürsten gebaut wurde, die im 18. Jahrhundert von hier aus regierten: das Kurfürstliche Schloss mit Park und Tor, die Schlosskirche, das Ägyptische Museum der Universität und die alte Rheinbastion Alter Zoll. Sie liegen dicht beieinander zwischen Markt und Fluss, sodass du alles auf einem entspannten Spaziergang sehen kannst.

Das Kurfürstliche Schloss

Das lange gelbe Schloss am Rand der Altstadt wurde ab 1697 für den Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern nach Plänen seines Hofbaumeisters Enrico Zuccalli errichtet. Ein älteres Schloss an dieser Stelle war bei der Belagerung Bonns 1689 zerstört worden. Der französische Architekt Robert de Cotte fügte später Flügel hinzu und legte die Gärten an. 1777 brach im Westflügel ein Feuer aus, griff auf das Dach über und löste eine Explosion aus; Teile des Gebäudes wurden danach verkleinert wieder aufgebaut.

Die Kurfürsten gingen, als französische Revolutionstruppen 1794 Bonn einnahmen. 1818 schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm III. das leere Schloss der neuen Universität, und seitdem ist es das Hauptgebäude der Universität Bonn. Bei Luftangriffen 1944 wurde es zerstört und bis 1951 wieder aufgebaut, außen originalgetreu, innen größtenteils vereinfacht. Die Universität hat eine lange Sanierung begonnen, die mindestens zehn Jahre dauern soll; rechne also mit Bauzäunen und verlegten Eingängen.

  • Die Hauptfassade zum Hofgarten, eine lange Reihe barocker Fenster, an der man die Größe des kurfürstlichen Hofes ablesen kann.
  • Die Durchgänge durch die Schlossflügel, durch die bis heute Verkehr und Fußgänger zwischen Altstadt und Rheinseite fließen.
  • Das Schloss ist eine der Stationen unserer Schnitzeljagd, zwischen der Schlosskirche und dem Ägyptischen Museum.

Die Schlosskirche

Die Schlosskirche steht am nordöstlichen Ende des Schlosses. Die frühere Hofkapelle an dieser Stelle wurde beim Brand von 1777 beschädigt; die heutige Kirche wurde 1779 für Kurfürst Max Friedrich fertiggestellt, den Bauauftrag erhielt Johann Heinrich Roth. Der junge Ludwig van Beethoven nahm hier Orgelunterricht beim Hoforganisten Christian Gottlob Neefe. Nachdem Bonn an Preußen gefallen war, schenkte der König die Kirche der evangelischen Gemeinde; später wurde sie die evangelische Universitätskirche. Ein Luftangriff am 10. Oktober 1944 ließ nur die Außenmauern stehen; die Kirche wurde wieder aufgebaut und 1957 neu geweiht.

  • Der restaurierte Stuck, in einem Stil zwischen Rokoko und dem strengeren Louis-seize.
  • Die Orgel der Werkstatt Klais von 2012 mit einem Glockenspielregister, das an die Glocken über dem Eingang vor dem Brand von 1777 erinnert. Die Kirche ist eine der Stationen unserer Schnitzeljagd.

Das Ägyptische Museum

Die Universität Bonn sammelt seit zwei Jahrhunderten Objekte aus dem alten Ägypten. Die ersten Stücke brachte 1820–1821 Johann Martin Augustin Scholz mit, Theologieprofessor und Orientalist, der an einer Ägyptenexpedition unter Heinrich Menu von Minutoli teilnahm. Die Sammlung wuchs mit dem 1897 gegründeten Ägyptologischen Seminar und wurde 2001 als Museum für das Publikum geöffnet, in einem ehemaligen Fechtsaal des Schlosses neben dem Koblenzer Tor.

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Heute umfasst sie rund 1.000 Objekte, nach Angaben der Universität die größte Sammlung ägyptischer Altertümer in Nordrhein-Westfalen. Wegen der Schlosssanierung ist das Museum umgezogen: Seit Oktober 2024 befindet es sich im dritten Stock des P26, eines ehemaligen Kaufhauses in der Poststraße 26, das die Universität zu einem Museumsgebäude umgebaut hat, nur ein kurzes Stück vom Hauptbahnhof entfernt. Das Ägyptische Museum ist die letzte Station unserer Schnitzeljagd.

  • Ein Gipsabguss einer Schlachtszene aus dem Tempel von Karnak, das größte Ausstellungsstück, als das Museum noch im Schloss war.
  • Modelle der Stufenpyramide des Djoser und des Totentempels von Ramses III. in Medinet Habu, mit denen du dir die Bauten vorstellen kannst, aus denen die Objekte stammen.

Der Hofgarten und das Koblenzer Tor

Der Hofgarten ist die weite Wiese vor dem Schloss, einst der Garten des Hofes, heute der Ort, an dem Studierende zwischen den Vorlesungen in der Sonne liegen. Als Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik war, wurde er auch zur politischen Bühne: Am 22. Oktober 1981 versammelten sich hier rund 250.000 Menschen gegen die Pläne der NATO, neue Atomraketen in Europa zu stationieren.

Am östlichen Ende des Schlosses entstand 1751–1755 das Koblenzer Tor, gebaut von Michael Leveilly nach Entwürfen von François de Cuvilliés. Es ist ein spätbarockes Tor in Form eines Triumphbogens, und der Verkehr fährt bis heute hindurch.

  • Die vergoldete Figur des Erzengels Michael oben auf dem Koblenzer Tor.
  • Die Wege am Rand der Wiese; während der Schlossarbeiten können Teile abgesperrt sein, mit ausgeschilderter Umleitung.

Der Alte Zoll

Der Alte Zoll ist eine ehemalige Bastion der Bonner Stadtbefestigung am Rheinufer, direkt unterhalb des Hofgartens. Sie entstand in den 1640er-Jahren, als die Mauern verstärkt wurden, und hat ihren Namen von einem Zollhaus, das nach örtlichen Quellen seit dem 16. Jahrhundert hier stand. Heute gehört sie der Universität, steht unter Denkmalschutz und ist ein öffentlicher Aussichtspunkt.

Von oben blickst du über den Rhein zum Siebengebirge, den Vulkanhügeln am anderen Ufer, wo die Berge des Mittelrheins in die flache Kölner Bucht übergehen. Bei Sonnenuntergang ist der Platz beliebt; er gehört nicht zur Route unserer Schnitzeljagd und eignet sich gut als Abschluss.

  • Die beiden französischen Kanonen, gegossen 1803 und 1841, die Kaiser Wilhelm I. der Universität nach dem Krieg von 1870–1871 schenkte. Sie haben nie scharf geschossen.
  • Das Denkmal für den Schriftsteller Ernst Moritz Arndt von Bernhard Afinger, enthüllt 1865, mit der Inschrift, der Rhein sei Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne an der Schlosskirche an der Nordecke des Schlosses und geh dann an der Hofgartenfassade des Kurfürstlichen Schlosses entlang bis zum Koblenzer Tor am östlichen Ende. Vom Tor ist es nicht weit hinunter zum Rhein und hinauf auf den Alten Zoll mit seiner Aussicht. Wenn du die ägyptische Sammlung selbst sehen willst, geh zurück durch die Altstadt zum P26 in der Poststraße, nahe dem Hauptbahnhof.

Bonn mit World City Trail entdecken

Unsere Schnitzeljagd in Bonn macht die Innenstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen, vom Hauptbahnhof über das Münster und das Beethoven-Denkmal bis zum Ägyptischen Museum. Die Schlosskirche, das Kurfürstliche Schloss und das Ägyptische Museum sind Stationen; der Alte Zoll und der Hofgarten liegen direkt neben der Route.

In Bonn gibt es außerdem einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game, falls du ein anderes Format bevorzugst.

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Fakten geprüft im Oktober 2026.

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