
Dieser Guide stellt sieben Orte in Warschau vor, die auf einem natürlichen Rundgang liegen: die Neustadt und die Altstadt auf der Böschung über der Weichsel, das Königsschloss an ihrem Südrand sowie etwas weiter südwestlich das Grabmal des Unbekannten Soldaten und der Sächsische Garten. Fast alles wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und mit großer Sorgfalt wieder aufgebaut, deshalb steht die Altstadt auf der UNESCO-Welterbeliste. Zusammen erzählen diese Orte die Geschichte der Stadt von ihren mittelalterlichen Anfängen bis zur Wiedergeburt nach 1945.
Kirche Mariä Heimsuchung
Die Backsteinkirche Mariä Heimsuchung steht in der Neustadt direkt an der Hangkante und blickt über den Fluss. Den Grundstein legten 1409 Herzog Janusz I. der Ältere von Masowien und seine Frau Danutė; sie gehört zu den wenigen gotischen Bauten, die Warschau geblieben sind. Im Zweiten Weltkrieg verwüsteten deutsche Truppen die Kirche, das Dach stürzte ein und die Turmspitze wurde gesprengt; zwischen 1947 und 1966 wurde sie wieder aufgebaut. Sie ist die erste Station unserer Schnitzeljagd.
- Der frei stehende Glockenturm von 1518, der schon auf den ältesten Stadtansichten zu sehen ist.
- Der kleine Park hinter der Kirche, von dem Treppen den Hang hinunter zur Weichsel führen.
Neustädter Markt
Trotz ihres Namens ist die Neustadt alt: Sie entstand um 1400 nördlich der ummauerten Altstadt und blieb bis 1791 eine eigene Stadt mit eigenem Rathaus. Ihr Marktplatz ist ruhiger und grüner als der Altstädter Markt und eine Station der Schnitzeljagd. An der Ostseite steht die Kuppelkirche St. Kasimir der Sakramentinerinnen, entworfen von Tylman van Gameren und im späten 17. Jahrhundert erbaut. Ein paar Schritte entfernt, in der Freta-Straße 16, wurde 1867 Marie Skłodowska-Curie geboren.
- Die weiße Fassade und die Kuppel von St. Kasimir, einer der elegantesten Barockkirchen der Stadt.
- Das Haus Freta 16 mit seiner Gedenktafel, heute ein kleines Museum über die Nobelpreisträgerin.
Krasiński-Garten
Westlich der Neustadt liegt der Krasiński-Garten, ab 1676 als barocker Garten des Krasiński-Palais angelegt, das Tylman van Gameren für den Woiwoden Jan Dobrogost Krasiński entwarf. Der Staat kaufte das Anwesen in den 1760er-Jahren und öffnete den Garten am 1. April 1768 für die Öffentlichkeit. Sein heutiges Bild mit geschwungenen Wegen und Teich geht auf eine Umgestaltung in den 1890er-Jahren durch den Stadtgärtner Franciszek Szanior zurück; 2012 bis 2014 wurde er erneut restauriert. Der Garten ist eine Station der Schnitzeljagd.
- Die lange Fassade des Palais, das heute Sondersammlungen der Nationalbibliothek beherbergt; die Reliefs in den Giebeln stammen von Andreas Schlüter.
- Der Teich mit seiner Fischerskulptur und gleich vor dem Garten, auf dem Krasiński-Platz, das 1989 enthüllte Denkmal des Warschauer Aufstands.
Altstädter Markt
Jahrhundertelang war dieser Platz der Mittelpunkt des Warschauer Lebens, umgeben von den hohen Häusern reicher Kaufleute. Nach dem Warschauer Aufstand 1944 sprengten deutsche Truppen die Altstadt Straße für Straße. Wiederaufgebaut wurde sie Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre, mit Hilfe alter Stiche, Fotos, Vermessungen, die Studenten vor dem Krieg angefertigt hatten, und der Stadtansichten von Bernardo Bellotto aus dem 18. Jahrhundert. Die UNESCO nahm die Altstadt 1980 als außergewöhnliches Beispiel einer fast vollständigen Rekonstruktion auf. Der Platz ist eine Station der Schnitzeljagd.
- Die Warschauer Meerjungfrau mit Schwert und Schild in der Platzmitte; die Bronze von Konstanty Hegel aus dem Jahr 1855 steht heute im Museum Warschau, draußen steht eine Kopie.
- Die Namen der vier Platzseiten, die jeweils an eine Persönlichkeit des 18. Jahrhunderts erinnern: Dekert, Barss, Kołłątaj und Zakrzewski.
- Das Museum Warschau, das eine ganze Häuserzeile auf der Dekert-Seite einnimmt.
Königsschloss
Das Königsschloss schließt die Altstadt nach Süden ab und blickt auf den Schlossplatz. Schon im 14. Jahrhundert stand hier eine Burg der Herzöge von Masowien; nachdem König Sigismund III. Wasa um 1600 seinen Hof von Krakau hierher verlegt hatte, wurde sie Residenz der Könige und Tagungsort des Parlaments. Hier wurde die Verfassung vom 3. Mai 1791 verabschiedet, oft als erste moderne geschriebene Verfassung Europas bezeichnet. Nach deutschem Beschuss brannte das Schloss am 17. September 1939, 1944 wurde es gesprengt. Ab 1971 wurde es wieder aufgebaut, größtenteils mit Spenden von Polen im In- und Ausland; heute ist es ein Museum und eine Station der Schnitzeljagd.
- Die Uhr am Sigismundturm: Sie blieb um 11:15 Uhr stehen, als das Schloss 1939 getroffen wurde, und wurde während des Wiederaufbaus am 19. Juli 1974 zur selben Uhrzeit wieder in Gang gesetzt.
- Die Sigismundsäule auf dem Schlossplatz, 1644 zu Ehren von König Sigismund III. Wasa errichtet.
- Zwei Gemälde von Rembrandt im Inneren, die Karolina Lanckorońska dem Schloss 1994 schenkte.
Grabmal des Unbekannten Soldaten
Das Grabmal des Unbekannten Soldaten wurde am 2. November 1925 unter den Kolonnaden des Sächsischen Palais eingeweiht. Es birgt die sterblichen Überreste eines unbekannten Soldaten, der in den Kämpfen von 1918 bis 1920 bei der Verteidigung von Lwów fiel. Im Dezember 1944 sprengten die Deutschen das Palais; nur die mittleren Bögen mit dem Grab blieben stehen. Deshalb wirkt das Denkmal wie das Bruchstück eines Gebäudes, das allein auf dem Platz steht. Eine ewige Flamme brennt, Soldaten halten Wache. Das Grabmal ist eine Station der Schnitzeljagd.
- Die Urnen mit Erde von Schlachtfeldern, auf denen polnische Soldaten kämpften.
- Die Tafeln an den Pfeilern mit den Namen von Schlachten vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg und danach.
Sächsischer Garten
Hinter dem Grabmal erstreckt sich der Sächsische Garten, angelegt für König August II. den Starken neben seinem Sächsischen Palais. 1727 wurde er für die Öffentlichkeit geöffnet und gehört damit zu den ersten öffentlichen Parks überhaupt. Im 19. Jahrhundert wurde die streng barocke Anlage nach Plänen von Henryk Marconi in einen englischen Landschaftspark umgewandelt. Er ist eine Station der Schnitzeljagd, und ganz in der Nähe endet die Route am Obelisken Drogowskaz.
- Der Brunnen in der Mitte des Gartens von 1855 und Marconis runder Wasserturm von 1852, nach dem Vorbild des Vesta-Tempels in Tivoli.
- Die Sandsteinfiguren aus dem 18. Jahrhundert entlang der Wege, Allegorien der Tugenden, der Wissenschaften und der Elemente.
So siehst du sie auf einem Spaziergang
Diese Reihenfolge folgt der Schnitzeljagd. Beginne an der Kirche Mariä Heimsuchung an der Hangkante, geh hinauf zum Neustädter Markt und dann nach Westen zum Krasiński-Garten. Zurück geht es an der alten Stadtmauer entlang zur Barbakane, dem roten Backsteintor zwischen Neu- und Altstadt, und hinein auf den Altstädter Markt. Weiter geht es zum Schlossplatz und zum Königsschloss, dann über die Senatorska-Straße zum Theaterplatz, vorbei am Teatr Wielki – Polnische Nationaloper. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum Grabmal des Unbekannten Soldaten und zum Sächsischen Garten dahinter.
Warschau mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Warschau macht aus diesen Straßen ein Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen, von der Kirche Mariä Heimsuchung bis zum Obelisken Drogowskaz, und alle sieben Orte aus diesem Guide gehören dazu, zusammen mit der Barbakane und dem Teatr Wielki. An jeder Station löst du ein Rätsel und hörst eine kurze Geschichte, in deinem eigenen Tempo.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Warschau gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Warschau spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Warschau machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Warschau spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
