
Die Mittlere Brücke verbindet Grossbasel und Kleinbasel über den Rhein und steht an der ältesten Brückenstelle des Flusses zwischen Bodensee und Nordsee. Die erste Brücke entstand hier im frühen 13. Jahrhundert, die heutige Steinbrücke stammt von 1905. In der Mitte steht das Käppelijoch, eine kleine Kapelle, an der bis 1634 Verurteilte im Rhein ertränkt wurden.
Die Mittlere Brücke auf einen Blick
- Wo: zwischen der Schifflände in Grossbasel und der Greifengasse in Kleinbasel, mitten in der Altstadt.
- Erbaut: die erste Brücke in den 1220er-Jahren; die heutige Steinbrücke 1903–1905, eröffnet am 11. November 1905.
- Von: Steinarbeiten nach Entwurf des Basler Architekten Emil Faesch, Tragwerk von Friedrich von Thiersch aus München.
- Was sie heute ist: eine 192 Meter lange Granitbrücke mit sieben Bögen, seit 2015 für Privatautos gesperrt und von Trams, Velos und Fußgängern genutzt.
- Zeitbedarf: 15 bis 20 Minuten, um sie zu überqueren, die Kapelle anzusehen und die Skulpturen an beiden Enden zu finden.
Vom Kredit eines Bischofs zur Granitbrücke
Basels erste Rheinbrücke war das Werk von Bischof Heinrich von Thun. Eine Urkunde von 1223 hält fest, dass er den Domschatz einem jüdischen Geldverleiher verpfändete, um Geld dafür aufzubringen, und 1225 wurden zwei Klöster als Gegenleistung für ihre Beiträge vom Brückenzoll befreit. Jahrhundertelang war dies der einzige Übergang der Stadt und die unterste feste Brücke am Rhein, und sie veränderte Basel: Am anderen Ufer wuchsen die Siedlungen zur befestigten Stadt Kleinbasel zusammen, die sich 1392 mit Grossbasel vereinigte.
Die mittelalterliche Brücke, teils aus Stein, teils aus Holz, hielt mit vielen Reparaturen bis ins frühe 20. Jahrhundert. 1903–1905 wurde sie durch die heutige Granitbrücke ersetzt, während eine hölzerne Notbrücke ein paar Meter daneben den Verkehr aufnahm. Den Namen Mittlere Rheinbrücke erhielt sie, weil sie damals die mittlere von drei Basler Brücken war. 2002 wurde sie ohne Veränderung ihres Aussehens saniert, und seit 2015 gehört sie zur autofreien Innenstadt.
Worauf du achten solltest
- Das Käppelijoch: die kleine Kapelle über dem Mittelpfeiler, eine getreue Kopie der steinernen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, mit einem Relief von Bischof Heinrich von Thun über dem Eingang; ihr Gitter ist oft voller Vorhängeschlösser von Paaren.
- Der Granit selbst, von der Nordseite des Gotthardmassivs, und die sieben Bögen, von denen einer den Uferweg in Kleinbasel überspannt.
- Helvetia auf der Reise am Kleinbasler Ende: Bettina Eichins Bronze der Helvetia, die von der Münze gestiegen ist und mit ihrem Koffer auf der Mauer ruht, den Blick rheinaufwärts.
- Die Amazone am Grossbasler Ende: Carl Burckhardts letztes Werk, eine schreitende Amazone, die ein Pferd führt, gegossen nach seinem Tod 1923.
- Lagerstätte beim ersten Pfeiler auf der Kleinbasler Seite: drei Figuren aus Kleinbasels Tradition, Vogel Gryff, Wild Maa und Leu, die nebeneinander liegen und oft halb vom Rhein bedeckt sind.
Der Lällekönig
Am Grossbasler Ende der Brücke lohnt ein Blick hinauf an die Hausecke bei der Schifflände: Dort streckt der Lällekönig, ein gekrönter Kopf, die Zunge heraus und rollt die Augen Richtung Kleinbasel. Das Original gehörte zu einer Uhr am Rheintor der alten Brücke, das im 19. Jahrhundert abgerissen wurde; das Gesicht, das du heute siehst, ist eine Kopie. Die Basler verstehen es als frechen Gruß von Grossbasel ans andere Ufer, Sinnbild der langen, freundschaftlichen Rivalität der beiden Stadthälften.
Tipps für deinen Besuch
- Geh in beide Richtungen: Der Blick flussaufwärts zum Münster ist von der Brückenmitte nahe der Kapelle am schönsten.
- Im Sommer kannst du zusehen, wie Leute mit ihren wasserdichten Säcken den Rhein hinunterschwimmen; die Brücke ist ein guter Platz, um Basels liebsten Zeitvertreib zu beobachten.
- Achte auf die Trams: Die Brücke ist autofrei, aber Trams fahren darüber, also bleib auf dem Trottoir.
In der Nähe
- Basler Münster: die Kathedrale aus rotem Sandstein über dem Rhein, mit Blick von der Pfalz, ein kurzer Weg flussaufwärts.
- Marktplatz und Rathaus: der Hauptplatz mit dem leuchtend roten Rathaus, wenige Gehminuten vom Grossbasler Ende.
- Die Rheinfähren: kleine Boote ohne Motor, die an einem Seil über den Fluss gleiten, angetrieben nur von der Strömung.
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