Pferdeschwemme in Salzburg: das Pferdebad der Fürsterzbischöfe

The Pferdeschwemme horse fountain in Salzburg

Die Pferdeschwemme ist ein barockes Pferdebad am Herbert-von-Karajan-Platz in Salzburg, in dem die Stallknechte der Fürsterzbischöfe einst die Pferde des Hofmarstalls wuschen und tränkten. Aus den Ställen sind die Festspielhäuser geworden, doch das Becken ist geblieben: ein Steinbecken mit einem sich aufbäumenden Pferd und seinem Bändiger in der Mitte und einer Wand voller gemalter Pferde dahinter.

Die Pferdeschwemme auf einen Blick

  • Wo: Herbert-von-Karajan-Platz, am Fuß der Mönchsbergwand, zwischen den Festspielhäusern und dem Sigmundstor.
  • Erbaut: 1693, umgestaltet 1732.
  • Von: Johann Bernhard Fischer von Erlach (Entwurf); die Rossebändiger-Gruppe stammt vom Bildhauer Michael Bernhard Mandl.
  • Heute: ein barocker Brunnen auf einem öffentlichen Platz, jederzeit frei zugänglich.
  • Zeitbedarf: 10 bis 15 Minuten, länger, wenn du das Festspielviertel dazunimmst.

Von der Pferdewäsche zur Festspielkulisse

Im späten 17. Jahrhundert hielten die Salzburger Fürsterzbischöfe ihre Pferde im Hofmarstall an der heutigen Hofstallgasse. Die Tiere mussten getränkt und gewaschen werden, deshalb entstand 1693 direkt davor ein großes Becken nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach, der Salzburg später auch die Kollegienkirche schenkte. In der Mitte steht eine Skulptur von Michael Bernhard Mandl: ein junger Mann, der ein sich aufbäumendes Pferd bändigt, ein Bild von Kraft und Beherrschung, das gut zu einem fürstlichen Marstall passte.

1732 ließ Erzbischof Leopold Anton von Firmian die Schwemme umgestalten. Mandls Gruppe wurde um 90 Grad gedreht und auf einen neuen, reicher verzierten Sockel gestellt, und Josef Ebner malte eine Reihe von Pferden an die Rückwand, nach Stichen des flämischen Künstlers Stradanus aus dem 16. Jahrhundert und nach einem Entwurf von Franz Anton Danreiter. Der Hofmarstall wurde später zu den Festspielhäusern, und der Platz erhielt den Namen des in Salzburg geborenen Dirigenten Herbert von Karajan. Die Pferdeschwemme blieb und liegt heute am Rand des belebtesten Festspielviertels der Stadt.

Worauf du achten solltest

  • Der Rossebändiger in der Mitte: eine muskulöse Figur, die ein steigendes Pferd am Zaum hält, hoch über dem Wasser auf einem Sockel.
  • Die bemalte Rückwand: eine Galerie von Pferden in verschiedenen Haltungen und Farben, gerahmt wie Bilder, die das Becken in einen Stall unter freiem Himmel verwandelt.
  • Das Chronogramm von 1732: Einige Großbuchstaben der lateinischen Inschrift sind römische Zahlzeichen, und zusammengezählt ergeben sie das Jahr des Umbaus.
  • Das Wappen von Erzbischof Firmian, eine Erinnerung daran, wer die Neugestaltung bezahlt hat.
  • Die steinerne Balustrade rund um das Becken und die Münzen, die Besucher ins Wasser werfen.

Ein kurzer Auftritt in The Sound of Music

Die Pferdeschwemme ist kurz in The Sound of Music zu sehen, bei der Kutschfahrt, auf der Maria und die Trapp-Kinder Salzburg erkunden, und viele Fans stellen sich genau an diese Stelle. Wenn du den Drehorten folgst: Der Mirabellgarten, wo das Do-Re-Mi-Lied auf den Stufen beim Pegasusbrunnen endet, liegt auf der anderen Seite der Salzach.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm am frühen Morgen zum Fotografieren: Später füllen Reisegruppen und Festspielbetrieb den Platz.
  • Stell dich auf die Seite des Sigmundstors, dann hast du Becken, Statue und bemalte Wand mit der Mönchsbergwand darüber in einem Bild.
  • Während der Salzburger Festspiele im Sommer füllt sich der Platz vor den Abendvorstellungen mit Publikum, ideal zum Leute-Beobachten.
  • Verbinde den Besuch mit einem Spaziergang durch die Hofstallgasse an den Festspielhäusern vorbei zur Kollegienkirche und zum Markt auf dem Universitätsplatz.

In der Nähe

  • Festspielhäuser: Das Große Festspielhaus, das Haus für Mozart und die Felsenreitschule, eingebaut in den früheren Hofmarstall und den Fels des Mönchsbergs, säumen die Hofstallgasse direkt neben der Schwemme.
  • Sigmundstor (Neutor): ein Straßentunnel aus dem 18. Jahrhundert durch den Mönchsberg, benannt nach Erzbischof Sigismund von Schrattenbach, nur ein paar Schritte vom Becken entfernt.
  • Kollegienkirche: Fischer von Erlachs große barocke Universitätskirche am Universitätsplatz, wenige Gehminuten entfernt.
  • Getreidegasse und Mozarts Geburtshaus: Salzburgs bekannteste Einkaufsstraße mit ihren schmiedeeisernen Zunftschildern und das Haus, in dem Mozart 1756 geboren wurde, wenige Gehminuten entfernt.

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