Der Lindenhof in Zürich: vom Römerkastell zur Lindenterrasse

View from the Lindenhof over the Limmat and Zurich old town

Der Lindenhof ist ein kleiner Hügel mitten in der Zürcher Altstadt, gekrönt von einem Platz mit Linden und einer Terrasse, die direkt über die Limmat auf Grossmünster und Universität blickt. Hier begann auch die Stadt: Eine keltische Siedlung, ein römisches Kastell und eine karolingische Pfalz standen alle an diesem Ort. Heute ist er einer der ruhigsten Orte im Zentrum, wo Einheimische unter den Bäumen Riesenschach spielen.

Der Lindenhof auf einen Blick

  • Wo: am linken Limmatufer in der Altstadt, zwischen Bahnhofstrasse und Fluss, erreichbar über Gassen wie die Pfalzgasse und die Fortunagasse.
  • Höhe: rund 25 Meter über der Limmat, auf etwa 428 Metern über Meer.
  • Heute: ein öffentlicher Platz und Aussichtspunkt im Schatten der Linden, jederzeit zugänglich.
  • Wer hier baute: Kelten, dann die Römer, die im 4. Jahrhundert ein Kastell errichteten, dann karolingische und ottonische Herrscher mit ihrer Pfalz.
  • Zeitbedarf: 15 bis 30 Minuten, länger, wenn du dich auf eine Bank setzt und den Schachspielern zuschaust.

Vom Römerkastell zum öffentlichen Park

Archäologen fanden auf dem Hügel Spuren einer keltischen Siedlung, und die Römer hatten später unterhalb eine Zollstation namens Turicum, von der sich der Name Zürich ableitet. Unter Kaiser Valentinian I. in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts errichtete das römische Heer auf der Kuppe eine befestigte Zitadelle mit rund zehn Türmen zum Schutz gegen die Alamannen. In karolingischer Zeit entstand auf den römischen Ruinen eine Königspfalz; die Pfalzgasse erinnert noch daran.

Anfang des 13. Jahrhunderts war die Pfalz verfallen, und ihre Steine wurden für Stadtmauern und die ersten Steinhäuser reicher Bürger abgetragen. Die offene Kuppe wurde zum Treffpunkt, und 1774 verzeichnet eine Chronik die Pflanzung von 52 Linden, die dem Platz den Namen gaben. 1851 kaufte eine Freimaurerloge ein Haus am Rand des Platzes, das sie bis heute nutzt.

Worauf du achten solltest

  • Die Aussicht: Von der Brüstung blickst du über die Limmat auf die Doppeltürme des Grossmünsters, die Dächer des Niederdorfs und die Gebäude von Universität und ETH am Hang dahinter.
  • Der Hedwigsbrunnen: ein Brunnen von 1912 mit einer behelmten Frau in Rüstung des Bildhauers Gustav Siber, die an die Legende von 1292 erinnert.
  • Der römische Grabstein: an der Mauer entlang der Pfalzgasse eine Kopie eines Grabsteins aus dem 2. Jahrhundert für einen kleinen Jungen, der die römische Station Turicum nennt; das Original ist im Landesmuseum.
  • Die Schachfelder: große Spielfelder am Boden, auf denen Einheimische mit kniehohen Figuren spielen.

Die Zürcher Frauen von 1292

Die Figur auf dem Brunnen erzählt Zürichs liebste Legende. 1292, so heißt es, belagerte Herzog Albrecht von Habsburg die Stadt, während die meisten Männer bei Winterthur kämpften. Die Zürcherinnen, angeblich angeführt von Hedwig ab Burghalden, legten Rüstungen und Helme an und marschierten auf den Lindenhof, worauf die Belagerer sie für ein frisches Heer hielten und abzogen. Historiker sehen darin eher eine Legende als eine belegte Tatsache, aber deshalb steht die Frau in Rüstung auf dem Platz Wache.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm am späten Nachmittag oder zum Sonnenuntergang, wenn die Altstadt gegenüber leuchtet und die Terrasse am entspanntesten ist.
  • Früh am Morgen hast du die Aussicht oft fast für dich allein, ein guter Moment für Fotos vom Grossmünster.
  • Nimm etwas zu essen mit: Auf dem Platz selbst gibt es keine Cafés, aber viele Bänke unter den Bäumen.

In der Nähe

  • Kirche St. Peter: die Kirche mit einem der größten Zifferblätter Europas, direkt unterhalb des Hügels im Süden.
  • Schipfe: das alte Handwerkerviertel direkt an der Limmat, über Treppen vom Lindenhof erreichbar.
  • Fraumünster: die Kirche mit den berühmten Glasfenstern von Marc Chagall, wenige Gehminuten südlich.
  • Bahnhofstrasse: Zürichs große Einkaufsstraße, einen Block westlich.

Zürich mit World City Trail entdecken

Unsere Schnitzeljagd in Zürich macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert rund 3 Stunden, davon etwa 47 Minuten zu Fuß. Der Lindenhof ist eine der Stationen, ebenso wie das Landesmuseum und der Bahnhofplatz. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch spielen.

Entdecke Zürich beim Spielen

Verwandle die Sehenswürdigkeiten in diesem Artikel in eine selbstgeführte Schnitzeljagd, die du auf deinem Smartphone spielst.

11 € für eine Person, 5 € pro Person für Gruppen ab vier Personen.

Das Abenteuer in Zürich ansehen →

Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Zürich gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.

Die Schnitzeljagd in Zürich spielen →

Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Zürich machen →

Das Outdoor-Escape-Game in Zürich spielen →

Fakten geprüft im Oktober 2026.

Warenkorb
Nach oben scrollen