
Der Marktplatz ist der zentrale Markt Würzburgs, mitten in der Altstadt und nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt. Zwei Gebäude prägen ihn: die rot-weiße gotische Marienkapelle, erbaut an der Stelle einer mittelalterlichen Synagoge, und direkt daneben das Falkenhaus, dessen weiße Rokokofassade zu den prächtigsten in Süddeutschland gehört.
Der Marktplatz auf einen Blick
- Wo: in der Würzburger Altstadt, wenige Schritte vom Dom und vom Main entfernt.
- Erbaut: die Marienkapelle zwischen 1377 und 1479, die Fassade des Falkenhauses 1751; ein Großteil des Platzes wurde nach dem Luftangriff vom 16. März 1945 wieder aufgebaut.
- Heute: der Marktplatz der Stadt, mit Marktständen, der Tourist-Information und der Stadtbücherei im Falkenhaus und dem Weihnachtsmarkt im Advent.
- Zeitbedarf: 20 bis 40 Minuten, länger mit einem Blick in die Marienkapelle.
Von der Synagoge zur Marktkapelle
Im Mittelalter lebte hier die jüdische Gemeinde Würzburgs. Ihre Synagoge wurde bei einem Pogrom am 21. April 1349 zerstört, und 1377 begann an derselben Stelle der Bau der Marienkapelle. Das Turmdach war 1479 fertig. Obwohl sie so groß ist wie eine stattliche Kirche, erhielt sie nie Pfarrrechte und heißt deshalb bis heute Kapelle. 1751 ließ die Witwe des Gastwirts, dem das Nachbarhaus gehörte, dessen schlichte Front mit dem üppigen Stuck überziehen, der das Falkenhaus so unverwechselbar macht.
Am 16. März 1945 zerstörte ein britischer Luftangriff in 17 Minuten rund 90 Prozent Würzburgs. Die Marienkapelle brannte aus, die Häuser rund um den Platz lagen in Trümmern. Die Kapelle wurde 1948 bis 1961 wieder aufgebaut und 1962 neu geweiht, das Falkenhaus nach altem Vorbild rekonstruiert. Seit 1952 beherbergt es die Stadtbücherei und die Tourist-Information, deshalb beginnen viele Besucher ihren Tag in Würzburg genau hier.
Worauf du achten solltest
- Die Marienkapelle: eine hohe gotische Hallenkirche mit roten Sandsteingliederungen auf weißen Wänden und einem schlanken Turm, den eine vergoldete Madonna krönt.
- Adam und Eva: Die Figuren am Portal der Kapelle sind Kopien von Statuen Tilman Riemenschneiders, die 1493 geliefert wurden. Die Originale kamen 1894 in ein Museum.
- Die Schwalbenlädle: winzige Läden, die an die Außenmauern der Kapelle gebaut sind und der Kirche seit 1437 Miete einbringen. Halte Ausschau nach dem, das sich Würzburgs kleinstes Café nennt.
- Balthasar Neumanns Grab: Der Baumeister der Würzburger Residenz wurde 1753 in der Kapelle beigesetzt; heute markiert eine Bronzetafel die Stelle.
- Die Fassade des Falkenhauses: geschwungene Giebel und dichter weißer Rokokostuck an einem dreigeschossigen Haus. Drinnen bekommst du in der Tourist-Information Stadtpläne und Tipps.
- Der Obeliskbrunnen: ein klassizistischer Brunnen mit einem Obelisken, einer der vielen alten Brunnen der Stadt.
Der Platz im Lauf des Jahres
Der Marktplatz macht seinem Namen noch immer Ehre. Regelmäßig stehen hier Stände mit Obst, Gemüse und Blumen, und im Advent füllt sich der Platz rund um die Marienkapelle mit den Buden des Würzburger Weihnachtsmarkts. Im Sommer stehen Cafétische auf dem Pflaster, und der Platz wird zum Treffpunkt zwischen den Einkaufsstraßen und dem Dom.
Tipps für deinen Besuch
- Komm vormittags, wenn du die Marktstände sehen willst; später am Tag ist der Platz voller mit Einkaufenden und Besuchern.
- Für ein Foto der ganzen Kapelle samt Turm stellst du dich auf die gegenüberliegende Seite des Platzes.
- Die Marienkapelle ist eine Kirche, in der Gottesdienste gefeiert werden: Sei drinnen leise und schau dich nicht während der Messe um.
- Hol dir in der Tourist-Information im Falkenhaus einen Stadtplan, bevor du zur Residenz oder zur Festung aufbrichst.
In der Nähe
- Würzburger Dom: der romanische Dom St. Kilian, erbaut von 1040 bis 1225, wenige Gehminuten entfernt.
- Alte Mainbrücke: die alte Steinbrücke über den Main mit ihren Heiligenfiguren, beliebt für einen Schoppen Frankenwein mit Blick auf die Festung Marienberg.
- Grafeneckart: das alte Rathaus mit seinem mittelalterlichen Turm, zwischen Marktplatz und Main.
- Würzburger Residenz: das Barockschloss der Fürstbischöfe von Balthasar Neumann, UNESCO-Welterbe, etwa 10 bis 15 Gehminuten östlich.
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