
Les Halles, die zentrale Markthalle von Dijon, ist eine Halle aus Gusseisen und Glas aus dem 19. Jahrhundert in der Altstadt, in der Metzger, Käsehändler und Erzeuger aus Burgund bis heute unter einem Dach verkaufen. Sie entstand 1873–1875 nach Plänen des Stadtingenieurs Louis-Clément Weinberger, inspiriert von einem Entwurf, den die Firma von Gustave Eiffel, einem Sohn der Stadt, einige Jahre zuvor vorgelegt hatte. Schau dir draußen die Bögen an: Sie sind mit Wildschweinen, Hirschen, Ochsen und Fischen verziert, einer Art Speisekarte dessen, was drinnen verkauft wurde.
Les Halles in Dijon auf einen Blick
- Wo: zwischen der Rue Quentin und der Rue Bannelier in der Altstadt, wenige Gehminuten nördlich der Rue de la Liberté.
- Erbaut: 1873–1875, auf dem Gelände eines ehemaligen Jakobinerklosters, in dem schon zuvor Markt gehalten wurde.
- Von: Louis-Clément Weinberger; die Eisenkonstruktion lieferten die Gießereien von Fourchambault im Département Nièvre.
- Was sie heute ist: Dijons wichtigster Lebensmittelmarkt, an mehreren Vormittagen pro Woche geöffnet, und ein denkmalgeschütztes Gebäude.
- Zeitbedarf: 30 Minuten für einen Rundgang, eine Stunde oder mehr, wenn du probierst und einkaufst.
Vom Klostermarkt zur Eisenhalle
Dijon hatte hier schon einen Markt, bevor es die Hallen gab: Die Händler bauten ihre Stände im alten Jakobinerkloster auf. 1868 legte die Firma Eiffel Pläne für einen modernen Markt aus Glas und Gusseisen vor, dem Material der Stunde nach Baltards berühmten Hallen in Paris. Die Stadt übernahm sie nicht unverändert, doch ihr Ingenieur Louis-Clément Weinberger arbeitete den endgültigen Entwurf in derselben Richtung aus, und die Hallen wurden zwischen 1873 und 1875 errichtet.
Das Ergebnis sind vier Pavillons um zwei Gassen, die sich in der Mitte kreuzen, unter einem Dach, das deutlich an die alten Zentralmarkthallen von Paris angelehnt ist. Anders als die Pariser Hallen, die in den 1970er-Jahren abgerissen wurden, überstanden die Hallen von Dijon in den 1960er-Jahren eine drohende Abrissplanung und stehen heute unter Denkmalschutz. 2020, als Märkte in ganz Frankreich wegen der Pandemie schließen mussten, ließ der Bürgermeister Les Halles als wichtige Lebensmittelversorgung geöffnet.
Worauf du achten solltest
- Die Tierbögen: In den Zwickeln der großen Bögen findest du Hirsche, Mufflons, Wildschweine, Ochsen, Wildgeflügel, Hühner, Fische und Aale, jedes Motiv für eine Warengruppe, die einst dort verkauft wurde.
- Ceres und Hermes: Medaillons zeigen Ceres, die römische Göttin der Ernte, und Hermes, den Gott des Handels, als Schutzpatrone von Bauern und Händlern.
- Die Säulen: Die Außenarkaden ruhen auf kannelierten Säulen, deren Kapitelle mit Weinranken geschmückt sind, eine Verbeugung vor dem burgundischen Wein.
- Der Kreuzgrundriss: Geh durch die beiden Mittelgänge, um zu sehen, wie die vier Pavillons unter dem Dach aus Eisen und Glas zusammentreffen.
- Regionale Produkte: Halte an den Ständen Ausschau nach Jambon persillé (Schinken in Petersiliengelee), Époisses-Käse, Lebkuchen und natürlich Dijon-Senf.
Eiffels Heimatstadt
Gustave Eiffel wurde 1832 in Dijon geboren, lange bevor er seinen Turm in Paris baute, und der Entwurf seiner Firma von 1868 ist der Grund, warum sein Name so oft mit diesen Hallen verbunden wird. Tatsächlich stammten die endgültigen Pläne vom Stadtingenieur, die oft gehörte Behauptung ‘Eiffel hat den Markt von Dijon gebaut’ ist also nur halb wahr. Die Verbindung gehört trotzdem zur Geschichte: Das luftige Eisengerüst atmet ganz den Geist der Ingenieurskunst, die Eiffel berühmt machte.
Tipps für deinen Besuch
- Komm an einem Markttag am Vormittag; samstags ist am meisten los, nachmittags ist das Gebäude meist ruhig. Prüf die Markttage vorher.
- Nimm eine Tasche und etwas Bargeld für kleine Stände mit und frag, bevor du Händler und ihre Waren aus der Nähe fotografierst.
- In den Cafés und Bistros der umliegenden Straßen kannst du nach dem Einkauf gut einen Kaffee oder ein Glas Burgunder trinken.
- Verbinde den Marktbesuch mit einem kurzen Weg zur Kirche Notre-Dame und ihrer Glückseule, ein paar Minuten südöstlich.
In der Nähe
- Église Notre-Dame: eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit einer Fassade voller Wasserspeier; an ihrer Nordseite soll die steinerne Glückseule von Dijon Wünsche erfüllen, wenn man sie mit der linken Hand streichelt.
- Place François Rude: ein kleiner, belebter Platz an der Rue de la Liberté mit einem Brunnen, auf dem der Bareuzai steht, ein bronzener Winzer, der Trauben stampft.
- Palais des Ducs und Place de la Libération: der frühere Palast der Herzöge von Burgund, heute Rathaus und Museum der Schönen Künste, an einem halbrunden Platz.
- Rue des Forges: eine der ältesten Straßen Dijons mit mittelalterlichen und Renaissance-Stadthäusern, wenige Gehminuten entfernt.
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