
Der Dom St. Peter ist die gotische Kathedrale von Regensburg, deren durchbrochene Doppeltürme 105 Meter hoch über der Altstadt an der Donau aufragen. Bis zur Fertigstellung vergingen fast 600 Jahre: Der Bau begann in den 1270er-Jahren, stockte im 16. Jahrhundert aus Geldmangel, und die Turmhelme wurden erst 1869 vollendet. Drinnen lächelt ein um 1280 geschaffener Engel bis heute die Besucher an.
Der Regensburger Dom auf einen Blick
- Wo: Domplatz, mitten in der Altstadt, ein paar Gehminuten von der Steinernen Brücke entfernt.
- Erbaut: ab den 1270er-Jahren, nachdem Brände den Vorgängerbau zerstört hatten; die Türme wurden 1859–1869 vollendet, der Bau 1872 abgeschlossen.
- Was er heute ist: die Kathedrale des Bistums Regensburg und Heimat der Regensburger Domspatzen, des Knabenchors am Dom, der seine Geschichte bis ins Jahr 975 zurückführt.
- Zeitbedarf: 30–45 Minuten für den Innenraum, dazu Zeit für einen Rundgang außen.
- Gut zu wissen: Es ist eine aktive Kirche, also sei während der Gottesdienste leise und heb dir die Besichtigung für die Zeit dazwischen auf.
Sechs Jahrhunderte Baustelle
Der alte romanische Dom brannte 1272 und 1273, und Regensburg, damals eine der reichsten Handelsstädte im deutschen Raum, begann einen Neubau im neuesten französischen Stil. Es ging langsam voran. Das Kollegiatstift St. Johann stand im Weg und wurde erst Ende des 14. Jahrhunderts verlegt, das Langhaus bekam 1443 sein Dach, und um 1500 stand ein Teil des Nordturms. Ab 1525 ging das Geld aus, und mehr als drei Jahrhunderte lang blieben die Türme auf halber Höhe unter Notdächern stehen.
Vollendet wurde der Dom von Bayerns Königen. 1835 ließ Ludwig I. den Innenraum „purifizieren“ und barocke Zutaten entfernen, um den gotischen Eindruck wiederherzustellen. 1859 genehmigte König Maximilian II. August von Voits Plan für die Turmhelme, Dombaumeister Franz Josef Denzinger leitete die Arbeiten, und der abgedankte König Ludwig I. bezahlte sie unter der Bedingung, dass beide Türme gleichzeitig wachsen. Ludwig starb 1868, ein Jahr bevor am 29. Juni 1869 die Kreuzblumen aufgesetzt wurden. Seit 1923 kümmert sich die staatliche Dombauhütte um das Mauerwerk, und bis 2010 restaurierte sie die mehr als 170 Figuren des Hauptportals.
Worauf du achten solltest
- Der lächelnde Engel: An den westlichen Vierungspfeilern steht eine Verkündigungsgruppe, um 1280–1285 von einem Künstler geschaffen, den man den Erminoldmeister nennt. Der Erzengel Gabriel lächelt Maria offen an, was für die Skulptur dieser Zeit ungewöhnlich war.
- Der Teufel und seine Großmutter: Links und rechts des Hauptportals sitzen zwei seltsame Steinwesen. Das eine, halb Adler, halb Löwe, halb Fisch, soll der Teufel sein, das andere, eher ein Drache, seine Großmutter. Ihre wirkliche Herkunft und Bedeutung kennt niemand.
- Die Westfassade: Mehr als 170 Figuren, von Heiligen und Propheten bis zu Löwen, Affen, Schweinen und Drachen, drängen sich um den Haupteingang.
- Die Glasfenster: Ein großer Teil der mittelalterlichen Fenster ist erhalten und gibt Chor und Langhaus viel von ihrer Farbe.
- Die Hängeorgel: 2009 von der Orgelbaufirma Rieger an der Nordwand des Querhauses angebracht, mit 5.871 Pfeifen; bei ihrer Einweihung wurde sie als größte Hängeorgel der Welt bezeichnet.
Warum der Dom so lange dauerte
Eine Regensburger Sage verknüpft den langsamen Dombau mit der Steinernen Brücke aus dem 12. Jahrhundert. Der Legende nach wetteten der Dombaumeister und der Brückenbaumeister, wer zuerst fertig wird; der Brückenbaumeister schloss einen Pakt mit dem Teufel und gewann, und der Dom blieb jahrhundertelang unvollendet. Das ist nur eine Legende, denn die Brücke war fertig, lange bevor der gotische Dom überhaupt begonnen wurde, aber in der Altstadt wird sie bis heute erzählt.
Tipps für deinen Besuch
- Schau dir die Westfassade am Nachmittag an, wenn die Sonne das Portal und seine Figuren beleuchtet; für die ganze Fassade mit beiden Türmen stell dich ans andere Ende des Domplatzes.
- Wenn du die Domspatzen hören willst, wirf einen Blick in den Musikplan des Doms: Der Chor singt während des Schuljahres in vielen Sonntagsgottesdiensten.
- Verbinde den Dom mit der Porta Praetoria ein paar Schritte nördlich und beende den Rundgang an der Donau mit dem Blick von der Steinernen Brücke zurück auf die Türme.
In der Nähe
- Porta Praetoria: die Reste des Nordtors des römischen Legionslagers aus dem Jahr 179, eingebaut in ein späteres Gebäude gleich nördlich des Doms.
- Steinerne Brücke: die Donaubrücke aus dem 12. Jahrhundert, eine der ältesten erhaltenen Steinbrücken Deutschlands, ein paar Gehminuten entfernt.
- Altes Rathaus: Hier tagte von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches.
- Historische Wurstkuchl: die kleine Wurstküche an der Steinernen Brücke, seit Jahrhunderten eine Regensburger Institution.
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