
Die Porta Praetoria ist der Rest des Nordtors von Castra Regina, dem römischen Legionslager, aus dem Regensburg hervorging. Ihr Steinbogen und einer ihrer Türme sind in die Nordfront des Bischofshofs eingebaut, des alten Bischofspalasts neben dem Dom. Das 179 n. Chr. fertiggestellte Tor ist das höchste noch teilweise aufrecht stehende römische Bauwerk in Bayern.
Die Porta Praetoria auf einen Blick
- Wo: Unter den Schwibbögen, an der Nordseite des Bischofshofs, eine Gehminute vom Regensburger Dom entfernt.
- Erbaut: 179 n. Chr. fertiggestellt, unter den Kaisern Mark Aurel und Commodus; 1885 wieder freigelegt.
- Was sie heute ist: ein römisches Tor in der Fassade des Bischofshofs, der heute Hotel und Restaurant ist. Die Reste ragen etwa 11 Meter über die Straße, und die Altstadt ringsum ist UNESCO-Welterbe.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten, länger, wenn du in den restaurierten Ostturm gehst.
Vom Legionstor zur Brauereimauer
179 n. Chr. stellten die Römer an der Donau ein steinernes Lager für die Dritte Italische Legion (Legio III Italica) fertig, die einzige Legion in der Provinz Raetien. Castra Regina, benannt nach dem Fluss Regen, umfasste rund 25 Hektar und bot Platz für etwa 6.000 Soldaten. Eine große Inschrift, die die Fertigstellung von Mauer, Toren und Türmen im Jahr 179 festhält, wurde 1873 in zwei Teilen gefunden und wird im Historischen Museum der Stadt aufbewahrt. Die Porta Praetoria war eines von vier Toren und blickte nach Norden, zum Fluss und zu den germanischen Gebieten dahinter.
Nach der Römerzeit blieb das Tor jahrhundertelang in Gebrauch, bis im 12. Jahrhundert die Steinerne Brücke gebaut wurde und sich der Verkehr verlagerte. 1649 wurde die bischöfliche Brauerei darauf errichtet, und die römischen Steine verschwanden in ihren Mauern. Erst als man die Brauerei 1885 abriss, kam der alte Torbogen wieder ans Licht. Heute sind vier Teile im Nordflügel des Bischofshofs erhalten; der Ostturm wurde 2016–2017 restauriert.
Worauf du achten solltest
- Der Torbogen: Der Rundbogen, den du siehst, ist die westliche Durchfahrt eines einst doppelten Tors. Der östliche Bogen fehlt; riesige wiederverwendete Quader füllen seine Stelle.
- Der Ostturm, erhalten über Erdgeschoss und Obergeschoss, direkt in die Fassade des späteren Palasts eingebaut.
- Die Größe der Steine: große Quader in regelmäßigen Lagen, ganz anders als das kleinere mittelalterliche Mauerwerk drumherum.
- Das Straßenniveau: Die römischen Fundamente liegen etwa einen Meter unter dem heutigen Pflaster, das Tor war also noch höher, als es aussieht. Mit Dächern waren die Türme wohl über 20 Meter hoch.
- Das „document Porta Praetoria“, eine kleine Ausstellung im restaurierten Ostturm; frag in der Tourist-Information nach dem Zugang.
Warum das Tor zur Donau blickt
In einem römischen Lager war die porta praetoria das Haupttor, das dem Feind zugewandt war. In Regensburg hieß das: Norden. Die Donau war die Grenze des Reiches, und am anderen Ufer lebten germanische Stämme. Soldaten, die aus diesem Tor marschierten, zogen zum Fluss, deshalb liegt es auch heute nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am Morgen, wenn die tiefe Sonne aus dem Osten den Stein beleuchtet und die enge Straße noch ruhig ist.
- Such nach weiteren Spuren des römischen Regensburg: Ein langes Stück der Lagermauer ist in der Tiefgarage am Dachauplatz erhalten, und die Südostecke des Lagers ist am Ernst-Reuter-Platz zu sehen.
- Der Bischofshof ist ein Hotel mit Restaurant: Du kannst das Tor von der Straße und vom Hof aus bewundern, aber nimm Rücksicht auf die Gäste.
In der Nähe
- Regensburger Dom (St. Peter): Bayerns große gotische Kathedrale mit ihren zwei durchbrochenen Türmen, direkt hinter dem Bischofshof.
- Steinerne Brücke: die Donaubrücke aus dem 12. Jahrhundert, ein paar Gehminuten entfernt, mit dem schönsten Blick zurück auf die Altstadt.
- Altes Rathaus: Hier tagte von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches.
- Kepler-Denkmal: das Denkmal für den Astronomen Johannes Kepler, der 1630 in Regensburg starb, in einer kleinen Grünanlage nahe dem Bahnhof.
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