
Maman ist die riesige Bronzespinne von Louise Bourgeois, etwa 9 Meter hoch, auf dem Vorplatz der Nationalgalerie von Kanada am Sussex Drive in Ottawa. Unter ihrem Körper hängt ein Sack mit weißen Marmoreiern. Der Titel ist das französische Wort für ‘Mutter’, und genau dafür steht die Spinne: Bourgeois schuf sie als Hommage an ihre eigene Mutter, die die Werkstatt der Familie für Tapisserie-Restaurierung mitführte.
Maman auf einen Blick
- Wo: auf dem Platz vor der Nationalgalerie von Kanada am Sussex Drive, zwischen dem ByWard Market und dem Ottawa River.
- Entstanden: entworfen 1999; Ottawas Bronze wurde 2003 gegossen und 2004 von der Galerie gekauft.
- Von: Louise Bourgeois (1911–2010), der in Frankreich geborenen amerikanischen Bildhauerin.
- Was sie heute ist: Teil der Sammlung der Nationalgalerie, dauerhaft im Freien aufgestellt, sodass du sie zu jeder Tageszeit sehen kannst.
- Zeitbedarf: 10–15 Minuten, länger, wenn du in die Galerie gehst.
Von der Turbinenhalle in London zum Sussex Drive
Bourgeois baute Maman zuerst 1999 aus Stahl, für die Eröffnung der Tate Modern in London im Jahr 2000, als sie als erste Künstlerin ein Werk für die riesige Turbinenhalle schaffen durfte. Bronzegüsse folgten, und Spinnen derselben Edition stehen heute in mehreren Städten, unter anderem vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao und in Roppongi Hills in Tokio.
Die Nationalgalerie von Kanada kaufte ihren Guss 2004 und stellte ihn vor ihr Gebäude aus Glas und Granit, entworfen vom Architekten Moshe Safdie und 1988 eröffnet. Ottawas Maman besteht aus Bronze, Edelstahl und Marmor und misst 927 mal 891 mal 1.024 Zentimeter, sodass du aufrecht unter ihrem Körper stehen kannst. Sie wurde schnell zu einem der meistfotografierten Motive der Hauptstadt.
Worauf du achten solltest
- Der Eiersack: Schau unter dem Körper nach oben, um den Käfig mit den weißen Marmoreiern zu sehen.
- Die Beine: acht lange, dünne, gerippte Beine, die in feinen Spitzen enden und den Boden kaum berühren, wodurch der schwere Bronzekörper zu schweben scheint.
- Die Oberfläche der Bronze: gerillt und uneben, eher wie von Hand modelliert als maschinell geglättet.
- Der Maßstab: Achte darauf, wie klein Menschen zwischen den Beinen wirken. Bourgeois wollte, dass man die schützende Größe der Spinne spürt.
- Die Umgebung: Hinter Maman erhebt sich die gläserne Große Halle der Galerie, und gegenüber am Sussex Drive stehen die beiden silbernen Türme der Kathedrale Notre-Dame.
Warum eine Spinne?
Bourgeois wuchs in der Tapisserie-Restaurierungswerkstatt ihrer Eltern in Frankreich auf, und ihre Spinnen sind eng mit ihrer Mutter Joséphine verbunden, die starb, als Louise Anfang zwanzig war. Bourgeois beschrieb ihre Mutter als geduldig, klug und so nützlich wie eine Spinne: jemand, der flickte, webte und beschützte, wie eine Spinne, die ihr Netz repariert. Das Tier, vor dem sich viele Besucher zuerst gruseln, war von der Künstlerin also als Figur der Fürsorge gedacht, nicht als Bedrohung.
Tipps für deinen Besuch
- Geh unter der Spinne hindurch, um die Eier am besten zu sehen, aber kletter nicht auf die Beine und häng dich nicht daran.
- Komm morgens für Fotos ohne Gedränge; an Sommernachmittagen und Festivaltagen ist der Platz voll.
- Fotografiere von unten nahe an einem Bein, um die ganze Spinne vor den Himmel zu bekommen, mit den Kathedralentürmen im Hintergrund.
In der Nähe
- Kathedrale Notre-Dame: Ottawas katholische Kathedrale mit ihren zwei silbernen Türmen, direkt gegenüber am Sussex Drive.
- Major’s Hill Park: der grüne Park neben der Galerie, mit Blick über den Ottawa River und die Schleusen des Rideau-Kanals.
- ByWard Market: das alte Marktviertel der Stadt mit Essensständen, Restaurants und Läden, ein paar Gehminuten östlich.
- Königlich Kanadische Münze: das Ottawaer Gebäude der Münzanstalt etwas weiter am Sussex Drive, in dem Sammlermünzen geprägt werden.
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