Das Bruckmandl in Regensburg: das Männlein auf der Steinernen Brücke

The Bruckmandl statue on the Stone Bridge in Regensburg

Das Bruckmandl, das „Brückenmännchen“, ist eine kleine Steinfigur am höchsten Punkt der Steinernen Brücke in Regensburg. Er ist fast nackt, schirmt die Augen mit einer Hand ab und blickt zur Altstadt und zum Dom. Seit Jahrhunderten erzählt man sich Geschichten über ihn, und er ist eines der beliebtesten Symbole der Stadt geworden.

Das Bruckmandl auf einen Blick

  • Wo: auf der Brüstung am Scheitel der Steinernen Brücke, etwa auf halbem Weg zwischen Altstadt und Stadtamhof.
  • Geschaffen: Die heutige Figur wurde am 23. April 1854 aufgestellt; sie ist die dritte Fassung, nach einer Vorgängerin, die 1579 ersetzt wurde.
  • Was es heute ist: ein viel fotografiertes Wahrzeichen auf einer Fuß- und Radbrücke; die beschädigte Figur von 1579 liegt im Historischen Museum Regensburg.
  • Zeitbedarf: 10 Minuten für die Figur, 30 Minuten, um die ganze Brücke hin und zurück zu gehen.

Eine Brücke, die eine Stadt groß machte

Die Steinerne Brücke entstand etwa zwischen 1135 und 1146, begünstigt durch einen ungewöhnlich heißen, trockenen Sommer 1135, der die Donau sinken ließ. Jahrhundertelang war sie die einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien und machte Regensburg zum Knotenpunkt des Handels zwischen Süden und Norden. Sie gilt als älteste erhaltene Brücke Deutschlands, und ihre 16 Steinbögen dienten anderen großen Brücken des Mittelalters als Vorbild. Ludwig VII. von Frankreich führte sein Heer auf dem Zweiten Kreuzzug über sie.

Das Bruckmandl sitzt auf dem Dach eines Miniatur-Zollhäuschens am höchsten Punkt der Brücke, wo die Fahrbahn einen sanften Buckel macht. Die Inschrift neben ihm lautet „Schuck wie heiß“ und wird meist als Anspielung auf jenen berühmten heißen Sommer gelesen. Die erste Figur soll auf dem Dach einer Mühle gesessen haben. 1579 wurde sie ersetzt, und diese Fassung verlor in den Kämpfen von 1809 Arme und Beine, bevor 1854 die heutige Figur an ihre Stelle trat. Zwischen 2010 und 2018 wurde die ganze Brücke saniert und für Busse und Autos gesperrt; heute dürfen nur Fußgänger und Radfahrer darüber.

Worauf du achten solltest

  • Die Figur selbst: ein junger Mann, die Hand zum Schutz vor der Sonne erhoben, den Blick nach Süden zum Dom gerichtet.
  • Die Inschrift „Schuck wie heiß“ neben ihm und das kleine Zollhausdach, auf dem er sitzt.
  • Die Krümmung der Brücke: Sie verläuft nicht gerade, sondern biegt sich leicht dem Flussbett folgend und steigt zur Mitte an.
  • Die weiteren Skulpturen an der Brüstung, darunter die thronenden Figuren König Philipps von Schwaben und Königin Irenes sowie eine Statue Kaiser Friedrichs II. auf der Stadtamhofer Seite.
  • Der Brückturm am Altstadtende, der einzige der ursprünglich drei Brückentürme, der noch steht, mit einer Uhr von 1648.

Die Sage von der Wette

Die bekannteste Geschichte ist eine Sage. Der Brückenbaumeister und der Dombaumeister sollen gewettet haben, wer zuerst fertig wird. Der Brückenbaumeister geriet in Rückstand und schloss einen Pakt mit dem Teufel, der die ersten drei Seelen forderte, die über die Brücke gehen. Der Baumeister überlistete ihn, indem er einen Hahn, eine Henne und einen Hund hinüberschickte. Das Bruckmandl, so heißt es, ist der Brückenbaumeister, der zum besiegten Dom hinüberschaut. Historiker bieten auch andere Deutungen an: Er stehe für die Freiheit der Stadt von der Herrschaft des Bischofs oder einfach für die Brücke selbst.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang, wenn die Brücke ruhiger ist und das Licht auf die Domtürme hinter der Figur fällt.
  • Für das klassische Foto stell dich auf die Stadtamhofer Seite des Bruckmandls und nimm den Dom im Hintergrund mit ins Bild.
  • Geh am Altstadtende hinunter ans Ufer, um die Bögen und die starken Strömungen um die Pfeiler zu sehen.
  • Verbinde den Besuch mit einer Bratwurst in der Wurstkuchl, der historischen Wurstküche am Fuß der Brücke.

In der Nähe

  • Historische Wurstkuchl: eine winzige Wurstküche neben der Brücke, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.
  • Regensburger Dom (St. Peter): die gotische Kathedrale mit den zwei Türmen, wenige Gehminuten in der Altstadt.
  • Salzstadel: der Salzspeicher aus dem 17. Jahrhundert am Ende der Brücke, heute mit dem Besucherzentrum zum Welterbe Altstadt.
  • Stadtamhof: der kleine Stadtteil auf der anderen Flussseite, mit bunten Häusern und ruhigen Cafés.

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