Genuas Altstadt: San Lorenzo, der Dogenpalast und 6 weitere Orte

The Cathedral of San Lorenzo in Genoa

Dieser Guide führt von Norden nach Süden durch die Altstadt von Genua und verbindet acht Orte: die alte Kathedrale San Siro, den Palazzo della Meridiana, die Piazza Fontane Marose, die Kirche Santa Maria delle Vigne, die Kathedrale San Lorenzo, den Dogenpalast, die Porta Soprana und das Haus, das mit Christoph Kolumbus verbunden ist. Zusammen erzählen sie die Geschichte der mittelalterlichen Republik Genua, ihrer Bischöfe, Bankiers und Dogen, und alle liegen in den engen Gassen des Centro storico, nah genug für einen einzigen Rundgang.

Basilica di San Siro

San Siro war die erste Kathedrale Genuas, lange bevor San Lorenzo diese Rolle übernahm. Zuerst stand hier eine den Aposteln geweihte Kirche; später wurde sie nach dem heiligen Syrus benannt, einem frühen Bischof der Stadt, und zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert entstand eine romanische Kirche mit Glockenturm. 1096 wurde hier zum Kreuzzug aufgerufen, und Genua schickte Schiffe zum Ersten Kreuzzug. Ein Brand zerstörte 1478 große Teile des Baus, und fast ein Jahrhundert später wurde er im Stil der Gegenreformation neu errichtet. Deshalb sieht das Innere so anders aus als die schlichten mittelalterlichen Kirchen der Umgebung.

  • Schau hinauf zum Gewölbe des Mittelschiffs, das Giovanni Battista Carlone ausgemalt hat, und zum Hochaltar des französischen Bildhauers Pierre Puget. Der alte romanische Glockenturm fehlt: Er wurde 1904 aus Sicherheitsgründen abgerissen und nie wieder aufgebaut.

Palazzo della Meridiana

Dieser Palast wurde zwischen 1536 und 1544 für Gerolamo Grimaldi Oliva gebaut, einen genuesischen Bankier, der sein Vermögen in Spanien und Portugal gemacht hatte. In den folgenden Jahrzehnten ließ seine Familie die Säle von führenden Künstlern der Zeit ausmalen, darunter Luca Cambiaso, dessen Zyklus über die Geschichte des Odysseus auch zeigt, wie der Held die Freier erschießt. Der Palast gehört zu den Palazzi dei Rolli, den Privathäusern, die Staatsgäste der Republik beherbergten und seit 2006 UNESCO-Welterbe sind.

  • Die große gemalte Sonnenuhr an der Südfassade, die dem Palast seinen Namen gab. Sie kam im späten 18. Jahrhundert hinzu, als neben dem Gebäude die neue Straße angelegt wurde, die heute Via Cairoli heißt.

Piazza Fontane Marose

Die Piazza Fontane Marose liegt am Ende der Via Garibaldi, der Strada Nuova aus dem 16. Jahrhundert mit den prächtigsten Palästen der Rolli. Der Platz ist nach einem Brunnen von 1206 benannt, den es nicht mehr gibt; im Mittelalter hieß er fons marosus, wohl wegen seines sprudelnden Wassers. Der Brunnen wurde 1849 für eine neue Straße abgerissen, doch drei Marmortafeln am Palazzo Interiano Pallavicini, Hausnummer 2, erinnern noch an seine Geschichte.

  • Der Palazzo Spinola dei Marmi, Hausnummer 6, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts: Seine Fassade ist abwechselnd mit Streifen aus weißem Marmor und dunkelgrauem Stein verkleidet, ein Muster, das im mittelalterlichen Genua den mächtigsten Familien vorbehalten war.

Santa Maria delle Vigne

Der Name bedeutet Heilige Maria von den Weinbergen: Die Kirche wurde im späten 10. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern zwischen Reben gegründet. Sie wurde 1117 geweiht und 1147 Pfarrkirche. Im 17. Jahrhundert baute der Architekt Daniele Casella das Innere barock um und fügte eine Kuppel hinzu, und die klassizistische Fassade zum Platz entstand zwischen 1841 und 1848 nach einem Entwurf von Ippolito Cremona. Papst Johannes Paul II. erhob die Kirche 1983 zur Basilica minor, und der Komponist Alessandro Stradella ist hier begraben.

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  • Der romanische Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert, der einzige Teil der mittelalterlichen Kirche, der weitgehend unverändert erhalten ist.
  • Der Kreuzgang aus dem 11. Jahrhundert mit kräftigen Säulen aus schwarzem Stein und in der Kirche die Madonna della Vita aus dem 14. Jahrhundert, gemalt auf eine Säule aus grünem Marmor.

Cattedrale di San Lorenzo

Die Kathedrale San Lorenzo löste San Siro als Bischofskirche Genuas ab und wurde 1118 von Papst Gelasius II. geweiht. Gebaut wurde über Jahrhunderte, deshalb mischen sich die Stile: romanische Seitenportale, eine gotische Fassade aus dem frühen 13. Jahrhundert, Kuppel und Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert. Die Fassade ist mit Streifen aus weißem und schwarzem Stein verkleidet, demselben Rangzeichen, das du an den Adelspalästen der Altstadt siehst.

Eine Kapelle bewahrt die Reliquien Johannes des Täufers, des Stadtpatrons, die nach dem Ersten Kreuzzug nach Genua kamen. Unter der Kirche zeigt das Schatzmuseum den Sacro Catino, eine Glasschale islamischer Herkunft aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, die von den Kreuzzügen mitgebracht wurde; der Legende nach wurde sie beim Letzten Abendmahl benutzt. Im rechten Seitenschiff liegt noch eine britische Schiffsgranate, die am 9. Februar 1941 durch das Dach schlug und nicht explodierte.

  • Die beiden Marmorlöwen zu beiden Seiten der Treppe, 1840 von Carlo Rubatto gemeißelt.
  • Die kleine Figur auf einer Säule an der rechten Seite der Fassade, im Volksmund Arrotino genannt, der Scherenschleifer. In Wirklichkeit ist sie eine Sonnenuhr und stellt vielleicht den Evangelisten Johannes dar.

Palazzo Ducale

Der Dogenpalast war der Regierungssitz der Republik Genua. Er entstand aus mittelalterlichen Gebäuden, die die Stadtoberen in den 1290er-Jahren kauften, und erhielt den Namen ducale, nachdem Simone Boccanegra 1339 der erste Doge Genuas geworden war. 1591 baute ihn der Architekt Andrea Ceresola, genannt il Vannone, mit einer gewölbten Eingangshalle und einer großen Treppe neu. Nach einem Brand am 3. November 1777 gab ihm Simone Cantoni die klassizistische Marmorfassade an der Piazza Matteotti, eines der ersten klassizistischen Werke in Genua.

Der Palast hat zwei Fronten: die Cantoni-Fassade an der Piazza Matteotti, nahe der Kathedrale, und eine spätere Fassade zur Piazza De Ferrari. Lange diente er als Gericht und Amtssitz, 1992 wurde er restauriert, und heute ist er ein Museum und Kulturzentrum mit Ausstellungen und Veranstaltungen.

  • Die Torre Grimaldina, der mittelalterliche Turm, der bis zum Zweiten Weltkrieg als Gefängnis diente; der Geiger Niccolò Paganini und der Patriot Jacopo Ruffini gehörten zu seinen Gefangenen.

Porta Soprana

Die Porta Soprana, auch Porta di Sant’Andrea genannt, ist das eindrucksvollste Tor der Barbarossa-Mauern, die von 1155 bis 1159 entstanden, als Genua einen Angriff Kaiser Friedrich Barbarossas fürchtete. Zwei hohe runde Türme rahmen einen Spitzbogen. Was du heute siehst, ist vor allem das Ergebnis von Restaurierungen: Die Arbeiten begannen um 1890 unter Alfredo d’Andrade, und der Südturm, der bis in die 1930er-Jahre in einem Häuserblock steckte, wurde in diesem Jahrzehnt freigelegt und wiederaufgebaut.

  • Die beiden lateinischen Inschriften an den Innenwänden des Bogens. Die eine begrüßt den Reisenden mit einer Warnung: Wenn du in Frieden kommst, darfst du diese Tore berühren; die andere zählt Genuas Siege auf und nennt 1155 als Baubeginn der Mauern.

Haus des Christoph Kolumbus

Gleich vor dem Tor steht ein kleines Haus, das als Elternhaus von Christoph Kolumbus gezeigt wird. Sein Vater Domenico zog 1455 mit der Familie in ein Haus an dieser Stelle, als Christoph etwa vier Jahre alt war, und sie lebten dort bis etwa 1470. Das heutige Gebäude ist mit ziemlicher Sicherheit nicht das Original: Das mittelalterliche Haus wurde wahrscheinlich bei der französischen Bombardierung Genuas 1684 zerstört, das jetzige ist ein Wiederaufbau aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Stadt kaufte es 1887, heute ist es ein kleines Museum.

  • Daneben der verfallene Kreuzgang von Sant’Andrea aus dem 12. Jahrhundert. Er stand auf einem Hügel, der 1904 abgetragen wurde; Alfredo d’Andrade rettete die Steine, die später hier wieder zusammengesetzt wurden.

So siehst du sie auf einem Spaziergang

Beginne bei San Siro im Viertel Maddalena und geh hinauf zum Palazzo della Meridiana und weiter zur Piazza Fontane Marose am Ende der Via Garibaldi. Kehr dann in die Altstadt zurück nach Santa Maria delle Vigne und lauf durch die Gassen nach Süden zur Kathedrale San Lorenzo. Von der Kathedrale ist es nur ein kurzer Weg zum Dogenpalast, und von der Piazza De Ferrari bringt dich ein weiterer kurzer Weg zur Porta Soprana und zum Haus des Kolumbus. Die Gassen sind teils steil und verwinkelt, also halte die Karte auf deinem Handy offen.

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Fakten geprüft im Oktober 2026.

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