
Der Jan van Eyckplein ist ein kleiner Platz am Ende des Spiegelrei-Kanals, nur ein kurzes Stück nördlich vom Markt in Brügge. Im Mittelalter legten hier die Schiffe an und Waren wurden verzollt: die geschäftigste Ecke einer der großen Handelsstädte Europas. Heute ist es ruhig, zwei spätgotische Handelsgebäude rahmen den Platz, und ein Bronzestandbild des Malers Jan van Eyck wacht darüber.
Der Jan van Eyckplein auf einen Blick
- Wo: dort, wo der Spiegelrei-Kanal auf die Academiestraat und die Spanjaardstraat trifft, wenige Gehminuten nördlich vom Markt.
- Entstanden: der offene Platz im späten 18. Jahrhundert, als ein Teil des Kanals überdeckt wurde; das Standbild Jan van Eycks wurde 1878 enthüllt.
- Was er heute ist: ein ruhiger Platz mit Kanalbecken, der Poortersloge und dem alten Tolhuis, dem früheren Zollhaus.
- Zeitbedarf: 15 bis 20 Minuten, etwas mehr, wenn in der Poortersloge eine Ausstellung läuft.
Der Hafen einer Kaufmannsstadt
Im 14. und 15. Jahrhundert war Brügge eines der führenden Handelszentren Nordeuropas, und diese Stelle am Ende der Spiegelrei war sein innerer Hafen. Boote kamen über die Kanäle herein, Fracht wurde an den Kais entladen, und im Tolhuis wurde Zoll erhoben. Ausländische Kaufmannsgemeinschaften richteten in den Straßen ringsum eigene Häuser ein, deshalb trägt das Viertel bis heute Namen wie Spanjaardstraat, die Straße der Spanier.
Die Poortersloge, erbaut zwischen 1395 und 1417, war der Treffpunkt der Kaufleute und Patrizier; von ihrem schlanken Turm aus konnten sie nach ihren Schiffen Ausschau halten. Von 1720 bis 1890 waren hier Klassenräume der Brügger Kunstakademie untergebracht, daher der alte Name des Platzes, Academieplaats. 1878 ehrte die Stadt Jan van Eyck, der im 15. Jahrhundert in Brügge lebte und arbeitete, mit einem Standbild in der Platzmitte, und seither trägt der Platz seinen Namen.
Worauf du achten solltest
- Das Standbild Jan van Eycks: etwa 3,75 Meter hoch, vom Brügger Bildhauer Hendrik Pickery, zeigt den Maler des Genter Altars.
- Die Poortersloge: das spätgotische Kaufmannshaus mit seinem schlanken Turm, heute für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst genutzt.
- Der Bär der Loge: eine kleine Bärenskulptur in einer Nische der Poortersloge, Erinnerung an die Gesellschaft vom Weißen Bären, die sich hier traf und Turniere veranstaltete.
- Das Tolhuis: das alte Zollhaus mit einer 1477 erneuerten Steinfassade und dem Wappen Peters von Luxemburg über dem gotischen Portal.
- Das Pijndershuisje: das schmale Haus neben dem Tolhuis, das der Zunft der Lastträger gehörte, die die Waren von den Booten trugen.
Warum Jan van Eyck?
Jan van Eyck ist der bekannteste der Maler, die man später Flämische Primitive nannte. Er ließ sich um 1430 in Brügge nieder, arbeitete für Herzog Philipp den Guten von Burgund und starb 1441 in der Stadt. Zwei seiner berühmtesten Werke, die Madonna des Kanonikus Joris van der Paele und das Bildnis seiner Frau Margareta, hängen im Groeningemuseum, sodass du seine Originale nur einen kurzen Spaziergang von seinem Standbild entfernt sehen kannst.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am Vormittag: Dann liegt weiches Licht auf der Poortersloge, und der Kanal ist ruhig, bevor die Ausflugsboote starten.
- Für das klassische Foto stell dich an den Kai der Spiegelrei und nimm den Turm der Poortersloge hinter dem Wasser ins Bild.
- Geh weiter entlang der Spiegelrei und der Langerei: Sie gehören zu den ruhigsten Kanälen im Zentrum und zeigen Brügge als Wohnstadt.
In der Nähe
- Markt und Belfried: der Hauptplatz mit seinem mittelalterlichen Turm, wenige Gehminuten südlich.
- Burg: der Platz mit dem gotischen Rathaus und der Heilig-Blut-Basilika, nah am Markt.
- Sint-Walburgakerk: eine barocke Jesuitenkirche aus dem 17. Jahrhundert, ein kurzes Stück östlich.
- Groeningemuseum: hier hängen die Gemälde Jan van Eycks selbst.
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