
Die Laubengasse, italienisch Via dei Portici, ist Bozens Hauptstraße mit Laubengängen, rund 300 Meter lang, durch die Altstadt vom Obstplatz bis zum Rathausplatz. Sie wurde im 12. Jahrhundert von den Fürstbischöfen von Trient als Marktstraße angelegt, und ihre schmalen Kaufmannshäuser, nur etwa 4 Meter breit, reichen bis zu 50 Meter hinter die Lauben zurück.
Die Laubengasse auf einen Blick
- Wo: in der Altstadt von Bozen, zwischen dem Obstplatz und dem Rathausplatz.
- Angelegt: im 12. Jahrhundert, als die Fürstbischöfe von Trient um 1180 die Marktsiedlung gründeten.
- Von: geplant von den Fürstbischöfen von Trient; das Merkantilgebäude an der Gasse entwarf der Veroneser Architekt Francesco Perotti.
- Was es heute ist: Bozens wichtigste Einkaufsstraße, jederzeit zugänglich, mit alteingesessenen Familiengeschäften, Ketten, zwei historischen Apotheken und Cafés unter den Bögen.
- Zeitbedarf: 20–30 Minuten für einen gemütlichen Gang, länger mit Einkaufen oder dem Merkantilmuseum.
Eine Handelsstraße zwischen Nord und Süd
Bozen entstand dort, wo sich die Wege über die Alpen trafen, auf halber Strecke zwischen dem deutschsprachigen Raum und Italien. Um 1180 gründeten die Fürstbischöfe von Trient hier eine planmäßige Marktsiedlung, und die Laubengasse war ihr Rückgrat. Die Grundstücke wurden sehr schmal und sehr tief geschnitten: Jedes Laubenhaus hatte vorn unter den Bögen einen Laden, dahinter Lagergewölbe und in den Obergeschossen Wohnräume rund um einen inneren Lichthof. Waren kamen an einem Ende herein, wurden gelagert, verkauft und weitergeschickt, und Kaufleute von beiden Seiten der Alpen trafen sich auf den Bozner Märkten.
Diese Messen machten die Stadt reich. 1635 verlieh Erzherzogin Claudia de’ Medici, damals Regentin von Tirol, Bozen ein Merkantilgericht, das Streitigkeiten zwischen Kaufleuten aus verschiedenen Städten rasch und noch während der Märkte schlichtete. Sein Sitz, das Merkantilgebäude, entstand zwischen 1708 und 1727 nach Plänen von Francesco Perotti, mit dem Haupteingang in der Silbergasse und einem zweiten unter den Lauben. Später war hier die Handelskammer untergebracht, heute beherbergt es das Merkantilmuseum, das von den Messen und den Kaufleuten erzählt, die zu ihnen kamen.
Worauf du achten solltest
- Die Lauben selbst: niedrige, schwere Gewölbe auf beiden Seiten der Gasse, unter denen du die ganze Länge trockenen Fußes gehen kannst.
- Die Erker, die aus den Obergeschossen ragen, und die schmiedeeisernen Geländer, typisch für Tiroler Bürgerhäuser.
- Die Tiefe der Häuser: Schau durch einen offenen Laden oder Durchgang, und manchmal siehst du, wie weit das Gebäude nach hinten reicht.
- Das Alte Rathaus in der Gasse, mit Resten von Wandmalereien Conrad Waiders aus dem 15. Jahrhundert an der Fassade.
- Das Merkantilgebäude mit der Hausnummer 39, der stattliche Barockbau zwischen den schmalen mittelalterlichen Häusern.
Zwei Namen für eine Straße
Bozen ist eine zweisprachige Stadt, und fast jeder Ort hat zwei amtliche Namen: Bozen und Bolzano, Laubengasse und Via dei Portici, Obstplatz und Piazza delle Erbe. Die meisten Menschen hier wechseln ganz selbstverständlich zwischen Deutsch und Italienisch, und auf jedem Straßenschild stehen beide Sprachen. Viele Geschäfte unter den Lauben werden seit Generationen von denselben Familien geführt, und zu den ältesten Betrieben gehören zwei Apotheken, die Madonna- und die Schwarzer-Adler-Apotheke.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am Vormittag, wenn am einen Ende der Gasse die Obst- und Gemüsestände am Obstplatz geöffnet sind.
- An einem Regentag sind die Lauben der beste Ort der Stadt: Du kannst ohne Schirm bummeln und einkaufen.
- Schau nicht nur in die Schaufenster, sondern auch nach oben: Erker, bemalte Fassaden und alte Hauszeichen übersieht man leicht.
In der Nähe
- Obstplatz: Bozens Obst- und Gemüsemarkt unter freiem Himmel, mit einem Neptunbrunnen aus Bronze in der Mitte.
- Waltherplatz: der Hauptplatz der Stadt, benannt nach dem mittelalterlichen Dichter Walther von der Vogelweide, dessen Statue in der Mitte steht.
- Bozner Dom: die gotische Kirche mit dem gemusterten Ziegeldach und dem durchbrochenen Turmhelm, ein paar Gehminuten entfernt.
- Südtiroler Archäologiemuseum: das Museum, in dem Ötzi aufbewahrt wird, der 1991 in den Alpen gefundene Mann aus dem Eis.
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Fakten geprüft im Oktober 2026.
