
Das Parnell-Denkmal ist der 19 Meter hohe Granitobelisk mit Bronzestatue am Nordende der O’Connell Street in Dublin. Es ehrt Charles Stewart Parnell (1846–1891), den Führer der Home-Rule-Bewegung, den man einst den „ungekrönten König Irlands“ nannte. Die Statue stammt vom in Dublin geborenen Bildhauer Augustus Saint-Gaudens und blickt die Straße hinunter zum Denkmal Daniel O’Connells am anderen Ende. Auf der Südseite stehen in vergoldeten Buchstaben Parnells meistzitierte Worte: „Niemand hat das Recht, dem Marsch einer Nation eine Grenze zu setzen.“
Das Parnell-Denkmal auf einen Blick
- Wo: auf einer runden Verkehrsinsel am oberen Ende der O’Connell Street, wo sie auf Parnell Street und Parnell Square trifft.
- Erbaut: Grundsteinlegung am 8. Oktober 1899; enthüllt am 1. Oktober 1911.
- Von: Statue von Augustus Saint-Gaudens; Obelisk entworfen vom amerikanischen Architekten Henry Bacon.
- Was es heute ist: ein geschütztes Denkmal im Denkmalbereich O’Connell Street, das die Reihe der Statuen entlang der Straße abschließt.
- Zeitbedarf: 5–10 Minuten, länger, wenn du die Inschriften lesen willst.
Zwölf Jahre für ein Denkmal
Parnell führte in den 1880er-Jahren die Irische Parlamentspartei und brachte Home Rule und Landreform auf die Tagesordnung in Westminster. Seine Karriere brach 1890 zusammen, als seine lange Beziehung zu Katharine O’Shea in einem Scheidungsprozess bekannt wurde und die Partei spaltete; im Oktober darauf starb er. Als 1898 eine Statue des britischen Premierministers William Gladstone für Dublin vorgeschlagen wurde, beschloss die Stadtverwaltung, dass keine Statue eines Engländers in der Stadt aufgestellt werden dürfe, bevor Irland Parnell ein würdiges Denkmal gesetzt habe.
John Redmond, Parnells Nachfolger an der Parteispitze, nahm das Projekt in die Hand. Der Grundstein wurde am 8. Oktober 1899 am oberen Ende der Sackville Street gelegt, wie die O’Connell Street damals hieß, bei einer Feier, die von der alten Spaltung überschattet war: Viele Parteimitglieder, Magistrate und Geistliche blieben fern. Es fehlte an Geld, also reiste eine Delegation mit Redmond und dem Oberbürgermeister zum Spendensammeln durch die USA und wurde von Präsident McKinley empfangen. Saint-Gaudens übernahm die Statue; es war das letzte öffentliche Denkmal, dessen Fertigstellung er vor seinem Tod 1907 erlebte. Enthüllt wurde das Monument am 1. Oktober 1911, zwanzig Jahre nach Parnells Tod.
Worauf du achten solltest
- Parnells Haltung: Die Bronzefigur steht mit ausgestrecktem Arm da, als wäre sie mitten in einer Rede.
- Die vergoldete Inschrift auf der Südseite: der Satz über den Marsch einer Nation aus einer Rede, die Parnell 1885 in Cork hielt, darunter eine Harfe.
- Die irische Inschrift: „Go soirbhighidh Dia Éire dá clainn“, „Möge Gott Irland für sein Volk gedeihen lassen“, in alter gälischer Schrift.
- Provinzen und Grafschaften: Bronzebuchstaben am Sockel nennen die vier Provinzen Irlands, die Felder des Obelisken die Namen seiner Grafschaften.
- Die Spitze des Obelisken: ein bronzener Dreifuß mit einer Flamme, weiter unten eine gemeißelte Girlande mit Ochsenschädeln an den Ecken.
Ivy Day
Parnell starb am 6. Oktober 1891, und jahrelang trugen seine Anhänger am Jahrestag einen Efeuzweig, ein Brauch, der als Ivy Day bekannt wurde; der Grundstein wurde zwei Tage nach dem achten Jahrestag gelegt. James Joyce, dessen Familie zu den Parnell-Anhängern gehörte, ließ eine der Geschichten in Dubliner, „Efeutag im Sitzungszimmer“, an diesem Datum spielen. Parnell selbst ist auf dem Friedhof Glasnevin begraben, unter einem schlichten Granitfindling aus seiner Heimatgrafschaft Wicklow.
Tipps für deinen Besuch
- Das Denkmal steht auf einer Verkehrsinsel: Überquere die Straße nur an der Ampel und achte auf Busse und die Luas-Straßenbahn.
- Für den Gesamtblick stell dich ein Stück die O’Connell Street hinunter und schau nach Norden: Statue, Goldschrift und Obelisk stehen dann vor der Rotunda.
- Die Südseite mit den Inschriften hat um die Mittagszeit das beste Licht.
In der Nähe
- Garden of Remembrance: der Gedenkgarten am Parnell Square, 1966 eröffnet, für alle, die für Irlands Freiheit starben.
- Rotunda Hospital: eines der ältesten Entbindungskrankenhäuser der Welt, direkt hinter dem Denkmal.
- Hugh Lane Gallery: Dublins Galerie für moderne Kunst im Charlemont House am Parnell Square, mit dem rekonstruierten Atelier von Francis Bacon.
- GPO und Spire: das Hauptquartier des Osteraufstands von 1916 und die Stahlnadel gegenüber, ein paar Minuten die O’Connell Street hinunter.
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