
Prato della Valle ist Paduas riesiger elliptischer Platz, rund 88.600 Quadratmeter groß und damit einer der größten Plätze Europas. In der Mitte liegt eine grüne Insel, umgeben von einem Kanal, und an dessen Ufern stehen 78 Statuen von Menschen, die mit der Stadt verbunden sind, vom mythischen Gründer Antenor bis zum Bildhauer Antonio Canova. Zwei Sockel sind bis heute leer.
Prato della Valle auf einen Blick
- Wo: am Südrand der Altstadt von Padua, neben der Basilika Santa Giustina und nicht weit von der Basilika des heiligen Antonius.
- Angelegt: ab 1775, als die sumpfige Wiese trockengelegt und neu gestaltet wurde; die Statuen entstanden zwischen 1785 und 1838.
- Von: dem venezianischen Patrizier Andrea Memmo, der das Projekt anstieß und großenteils finanzierte, nach einem Plan des Architekten Domenico Cerato.
- Was es heute ist: ein öffentlicher Platz und Park, auf dem die Paduaner spazieren, joggen, im Gras sitzen und sich treffen, samstags mit einem großen Markt.
- Zeitbedarf: 30–45 Minuten für eine Runde um die Insel und einen Blick auf die Statuen.
Von der Sumpfwiese zu Memmos Insel
Der Name kommt vom lateinischen „pratum vallis“, Wiese des Tals: ein tief liegendes, oft überschwemmtes Gelände vor den mittelalterlichen Mauern. In römischer Zeit stand hier ein Theater, das Teatro Zairo aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.; seine Fundamente kamen beim Graben des Kanals 1775 wieder zum Vorschein, und Ausgrabungen der Universität Padua legten 2017 weitere Teile frei. Im Mittelalter diente die Wiese für Messen, Märkte und Versammlungen, stand aber oft unter Wasser.
1767 übernahm die Stadt das Gelände, und 1775 machte sich Andrea Memmo, der Statthalter der Republik Venedig in Padua, daran, es trockenzulegen und in einen großen öffentlichen Platz zu verwandeln. Die Mittelinsel, nach ihm Isola Memmia genannt, wurde mit rund 10.000 Karrenladungen Erde aufgeschüttet. Um die Statuen zu bezahlen, lud Memmo Familien, Institutionen und Verehrer ein, je eine Figur zu stiften, nach Regeln von 1776: keine Heiligen und keine lebenden Personen. Die erste Statue, Antenor, wurde 1785 aufgestellt, die letzte, der Ingenieur Francesco Luigi Fanzago, 1838. Memmos eigene Statue kam 1794 hinzu, ein Jahr nach seinem Tod.
Worauf du achten solltest
- Der doppelte Statuenring: heute 78 von ursprünglich 88, am äußeren und inneren Ufer des Kanals. Jeder Sockel trägt eine Nummer und eine Inschrift.
- Berühmte Namen: Suche zwischen Gelehrten, Künstlern und Soldaten nach Petrarca, Galilei, dem römischen Geschichtsschreiber Livius, dem Maler Andrea Mantegna und Antonio Canova.
- Andrea Memmo selbst, am äußeren Ring, der Mann, der den Platz geschaffen hat.
- Gaspara Stampa: die einzige Frau auf dem Platz, eine kleine Büste der Dichterin aus dem 16. Jahrhundert am Sockel der Statue des Bildhauers Andrea Briosco.
- Die vier Steinbrücken über den Kanal zur Insel und der Brunnen in der Mitte, wo sich ihre Wege treffen.
Die zwei leeren Sockel
Die leeren Sockel an der Nordbrücke der Insel sind keine unvollendete Arbeit. Auf ihnen standen Statuen venezianischer Dogen, die 1797 entfernt wurden, nachdem Napoleons Truppen der Republik Venedig ein Ende gemacht hatten. 2021 und 2022 löste ein Vorschlag, sie mit Statuen von Frauen zu besetzen, etwa Elena Lucrezia Cornaro Piscopia, die 1678 hier in Padua als erste Frau der Welt einen Universitätsabschluss erwarb, eine lebhafte Debatte aus. Vorerst bleiben die Sockel leer, und manche finden, dass sie als Erinnerung an das Ende der venezianischen Herrschaft so bleiben sollten.
Tipps für deinen Besuch
- Geh zuerst den ganzen äußeren Ring ab, dann über eine Brücke und den inneren Ring entlang: So siehst du die Statuen von beiden Seiten des Kanals.
- Komm früh an einem Samstagmorgen, wenn du Märkte magst, oder an einem sonnigen späten Nachmittag, wenn Studierende und Familien im Gras der Insel sitzen.
- Mach es wie die Einheimischen und nimm einen Snack für die Wiese mit, aber klettere nicht auf die Statuen oder ihre Sockel.
In der Nähe
- Basilika Santa Giustina: die riesige Benediktinerkirche an der Südostseite des Platzes, in der Reliquien verehrt werden, die als die des Evangelisten Lukas gelten.
- Basilika des heiligen Antonius: Paduas große Pilgerkirche mit Kuppeln und minarettartigen Türmen, wenige Gehminuten nördlich.
- Orto Botanico: der botanische Garten der Universität Padua, 1545 gegründet und UNESCO-Welterbe, zwischen dem Platz und der Basilika.
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