Nicolas Froments "Brennender Busch" in Aix-en-Provence: Ein Meisterwerk der Spätgotik

Aix-en-Provence, eine Stadt mit einem reichen künstlerischen Erbe, beherbergt mit Stolz ein wahres Juwel der mittelalterlichen Malerei: Das prächtige Triptychon "Der brennende Dornbusch" von Nicolas Froment. Dieses ikonische Altarbild, ein Zeugnis der Kunstfertigkeit des französischen Frührenaissance-Künstlers, bietet eine tiefgründige theologische Erzählung, die mit beeindruckenden visuellen Details verwoben ist, was es zu einem Schlüsselwerk für das Verständnis der Kunst des 15. Jahrhunderts in der Provence macht.

Brennender Busch in Aix-en-Provence
Brennender Busch in Aix-en-Provence

Der Künstler und die Kommission

Nicolas Froment (ca. 1435 - ca. 1486) war eine führende Persönlichkeit der "Zweiten Schule von Avignon", einer Gruppe von Künstlern, die die französische Malerei mit Elementen des flämischen Naturalismus verbanden. Seine Werke zeichnen sich durch ihren Detailreichtum, ihre reiche Symbolik und eine fesselnde Mischung aus Realismus und spiritueller Intensität aus.

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Der brennende Busch in Aix-en-Provence war ein prestigeträchtiger Auftrag von König René I. von Anjou, auch bekannt als René der Gute. René, ein hochkultivierter Monarch, Herzog und Kunstmäzen, verbrachte viel Zeit in der Provence, und sein Hof in Aix und Angers wurde zu einem Zentrum der künstlerischen Blüte. Er gab dieses Altarbild 1475 (einige Quellen geben 1476 an) in Auftrag, um es für den Hochaltar des Klosters Grands-Carmes in Aix-en-Provence zu malen, wo seine Eingeweide beigesetzt werden sollten. Das Gemälde wurde zwischen 1475 und 1476 fertiggestellt und spiegelt die künstlerische Sensibilität der damaligen Zeit wider.

Brennender Busch in Aix-en-Provence
Brennender Busch in Aix-en-Provence

Der "Brennende Dornbusch": Ein Triptychon mit tiefgreifender Bedeutung

Der Brennende Dornbusch in Aix-en-Provence ist ein großes Öl-auf-Panel-Triptychon, das heißt, es besteht aus drei aufklappbaren Tafeln, die geöffnet und geschlossen werden können.

In geschlossenem Zustand zeigen die Außentafeln ein trompe-l'œil Grisaille (ein Gemälde in Grautönen zur Nachahmung der Bildhauerei) der Verkündigung mit dem Engel Gabriel und der Jungfrau Maria. Dies dient als Vorbereitung auf die lebendige Erzählung im Inneren.

Wenn geöffnetzeigt das Triptychon seine ganze Pracht:

  • Linke Tafel: Diese Tafel zeigt König René selbst, der im Habit der Kanoniker der Abtei St. Viktor kniet und betet. Er ist von seinen Schutzheiligen umgeben: Maria Magdalena, Antonius der Große und Mauritius. Letzterer trägt das Banner des von René gegründeten Ordens des Halbmondes. Die Einbeziehung des Königs unterstreicht seine Frömmigkeit und seine Rolle als Schutzpatron des Kunstwerks.
  • Zentrale Tafel: Dies ist das Herzstück des Meisterwerks, das die biblische Szene der Madonna mit dem Kind im brennenden Dornbusch in Aix-en-Provence darstellt. In Anlehnung an das Buch Exodus ist Moses im Vordergrund zu sehen, der seine Herde hütet, als er die wundersame Vision eines brennenden Busches erblickt, der nicht verbrennt. In den Flammen thronen die Jungfrau Maria und das Jesuskind als Symbol für die Menschwerdung und die Reinheit Marias, die empfangen hat, ohne von der Sünde verzehrt zu werden. Die Landschaft im Hintergrund erinnert auf subtile Weise an die Provence, mit einer Stadt, die möglicherweise Avignon darstellt, und einem Schloss, das sich auf Renés eigenes Schloss in Saumur beziehen könnte. Die Szene ist reich an symbolischen Elementen, von den Schafen und der Vegetation bis hin zu Gesten und Farben, die alle zu ihrer komplexen theologischen Botschaft beitragen. Der Felsen, aus dem der Busch mit seinen zwölf Feigenzweigen wächst, unterstreicht die biblische Symbolik und die Unerschütterlichkeit Gottes zusätzlich.
  • Rechte Tafel: Auf dieser Tafel, sofern vorhanden, sind in der Regel weitere Figuren oder Elemente zu sehen, die die zentrale Erzählung ergänzen, oft im Zusammenhang mit der Jungfrau Maria oder der Abstammung Christi.
Brennender Busch in Aix-en-Provence
Brennender Busch in Aix-en-Provence

Der Ort des Meisterwerks: Die Kathedrale von Aix

Der Brennende Dornbusch in Aix-en-Provence von Nicolas Froment befindet sich in der Cathédrale Saint-Sauveur d'Aix-en-Provence (Kathedrale des Heiligen Erlösers). Diese prächtige Kathedrale, die selbst eine Mischung aus romanischem, gotischem und barockem Stil ist, blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde über Jahrhunderte hinweg an der Stelle eines römischen Forums errichtet.

Ursprünglich, im Auftrag von König RenéDas Triptychon befand sich auf dem Altaraufsatz im Kloster Grands-Carmes. Während der Wirren der Französischen Revolution im Jahr 1792 wurde das Kloster jedoch zerstört. Glücklicherweise wurde das Meisterwerk gerettet und 1808 in die Kathedrale von Aix gebracht, so dass es auch für künftige Generationen erhalten blieb. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde es Ende Januar 2011 in der Kapelle Saint-Lazare der Kathedrale wieder aufgestellt, so dass die komplizierten Details und die leuchtenden Farben erneut bewundert werden können.

Ein Besuch in der Cathédrale Saint-Sauveur ist unvollständig, wenn man nicht vor diesem tiefgründigen Werk verweilt. Der "Brennende Dornbusch" von Nicolas Froment ist nicht nur ein Gemälde, sondern auch eine spirituelle Meditation, ein historisches Dokument und ein herausragendes Beispiel der provenzalischen Kunst des 15. Der brennende Dornbusch in Aix-en-Provence, der in den ehrwürdigen Mauern der Kathedrale von Aix dauerhaft präsent ist, bietet einen fesselnden Einblick in die Andachtskunst und das königliche Mäzenatentum, die die kulturelle Landschaft von Aix-en-Provence vor Jahrhunderten geprägt haben.

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