
Dieser Guide stellt vier Orte vor, die auf einer Linie durch das alte Zentrum von Neapel liegen, vom Museumshügel bis hinunter zum Meer: das Archäologische Nationalmuseum, den Klosterkomplex Santa Chiara, die Kirche San Nicola alla Carità an der Via Toledo und die Burg Castel Nuovo am Hafen. Zusammen reichen sie vom römischen Pompeji über die Anjou-Könige des Mittelalters bis zu den Barockmalern des 17. Jahrhunderts, und alle vier sind Stationen unserer Schnitzeljagd.
Archäologisches Nationalmuseum
Das Museum füllt einen großen Palazzo am oberen Rand der Altstadt. Das Gebäude stammt von 1585 und war zuerst eine Kavalleriekaserne; von 1616 bis 1777 war es Sitz der Universität Neapel, weshalb es lange Palazzo degli Studi hieß. 1777 beschloss König Ferdinand IV., die wichtigsten Sammlungen der Bourbonen hier zusammenzuführen, und der Architekt Ferdinando Fuga leitete den Umbau bis zu seinem Tod 1782.
Zwei Sammlungen machen es zu einem der großen Museen der Antike. Die erste ist die Farnese-Sammlung römischer Skulpturen, die Karl von Bourbon 1731 über seine Mutter Elisabetta Farnese erbte. Die zweite sind die Funde aus Pompeji und Herculaneum, den Städten, die der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. verschüttete: Fresken, Mosaiken, Bronzen und Alltagsgegenstände, sogar die verkohlten Papyrusrollen, die ab 1752 in der Villa dei Papiri in Herculaneum gefunden wurden.
- Der Farnesische Stier, oft als größte einzelne Skulptur bezeichnet, die aus der Antike erhalten ist, und gleich daneben der muskulöse Farnesische Herkules.
- Das Alexandermosaik von etwa 100 v. Chr., das einst einen Boden in der Casa del Fauno in Pompeji bedeckte und die Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem Perserkönig Dareios zeigt.
- Das Gabinetto Segreto, die Räume, in denen die Bourbonen die erotischen Funde aus Pompeji und Herculaneum unter Verschluss hielten; für die breite Öffentlichkeit wurden sie erst im April 2000 geöffnet.
Santa Chiara
Santa Chiara ist ein Doppelkloster, das König Robert von Anjou und seine Frau Sancha von Mallorca zwischen 1313 und 1340 für Franziskanermönche und Klarissen erbauen ließen. Die Kirche ist die größte gotische Basilika der Anjou-Zeit in der Stadt: ein einziges hohes Schiff mit zehn Kapellen auf jeder Seite und ohne Querschiff. Im 18. Jahrhundert erhielt das Innere ein barockes Kleid, doch fast die gesamte Ausstattung verbrannte nach dem Bombenangriff vom 4. August 1943, und die 1953 abgeschlossene Restaurierung brachte die schlichten gotischen Linien zurück, die du heute siehst.
Der bekannteste Teil der Anlage ist der Kreuzgang der Nonnen, ab 1742 vom Architekten Domenico Antonio Vaccaro umgestaltet. Seine Wege sind von Pfeilern und Bänken gesäumt, die mit bemalten Majolikafliesen von Giuseppe und Donato Massa verkleidet sind, ein seltener Farbtupfer zwischen dem grauen Stein der Altstadt. Kreuzgang, Museum mit archäologischen Funden und die Sammlung neapolitanischer Krippen besuchst du mit einem eigenen Ticket, getrennt von der Kirche.
- Hinter dem Hochaltar das Grabmal Roberts von Anjou, 1343 von Pacio und Giovanni Bertini gemeißelt.
- Die Kapelle der Bourbonen, die zehnte rechts, in der die Könige beider Sizilien von Ferdinand I. bis Franz II. mit ihren Frauen bestattet sind.
- Der quadratische Glockenturm an der Straße davor: Sein Marmorsockel ist der einzige Teil, der das Erdbeben von 1456 überstand, und seine gotischen Inschriften berichten von der Gründung der Kirche.
San Nicola alla Carità
An dieser Kirche an der Via Toledo, zwischen Piazza Dante und Piazza della Carità, läuft man zwischen den Geschäften leicht vorbei. Gegründet wurde sie 1647 von den Pii Operai, einer für ihre Wohltätigkeit bekannten Kongregation, nach Plänen von Onofrio Antonio Gisolfi. Gisolfi starb an der Pest von 1656 und die Arbeiten ruhten; 1668 übernahm Cosimo Fanzago, und 1682 war die Kirche fertig. Innen ist sie eine kleine Anthologie neapolitanischer Malerei um 1700.
- Das Gewölbe des Langhauses, 1696 von Francesco Solimena ausgemalt, und die Kuppel darüber, 1734 von Francesco De Mura.
- An der Innenseite der Eingangswand ein großes Fresko des heiligen Nikolaus von Paolo De Matteis aus dem Jahr 1712; von ihm stammt auch der Tod des heiligen Nikolaus in der Apsis von 1707.
Castel Nuovo
Die „neue Burg“ wurde ab 1279 für Karl I. von Anjou gebaut, der Neapel zu seiner Hauptstadt gemacht hatte, nach Plänen des französischen Architekten Pierre de Chaulnes. Die Neapolitaner nennen sie meist Maschio Angioino, den Anjou-Bergfried. Was du siehst, ist größtenteils ein Neubau: Alfons V. von Aragón, der Neapel 1443 eroberte, ließ sie ab 1453 vom katalanischen Architekten Guillem Sagrera umbauen, 1479 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Burg erhebt sich über der Piazza Municipio, nicht weit vom Fährhafen.
Zwischen den beiden Türmen am Eingang steht ein Triumphbogen aus weißem Marmor, 1470 zur Erinnerung an Alfons’ Einzug in die Stadt errichtet; die moderne Forschung schreibt den Entwurf Francesco Laurana zu, und mehrere Bildhauer arbeiteten an den Reliefs. Drinnen beginnt das 1990 eröffnete Stadtmuseum in der Cappella Palatina, deren Rückwand der einzige noch stehende Teil der Anjou-Burg aus dem 14. Jahrhundert ist. Giotto malte die Kapelle um 1330 aus, doch von seinem Werk sind nur Fragmente in den Fensterlaibungen erhalten.
- Der Triumphbogen: Achte auf den Festzug des Alfons im Relief über dem unteren Bogen.
- Der Saal der Barone unter einem katalanisch-gotischen Gewölbe von Sagrera. Um 1487 lud König Ferdinand I. die Barone, die sich gegen ihn verschworen hatten, angeblich zu einer Hochzeit hierher ein und ließ sie verhaften und hinrichten.
- Im Hof ein Glasboden über römischen Resten, die bei Restaurierungsarbeiten gefunden wurden.
So siehst du sie auf einem Spaziergang
Beginne am Archäologischen Museum am oberen Rand der Altstadt und plane dafür den größten Teil des Vormittags ein. Geh dann hinunter in die engen Gassen des historischen Zentrums und folge der Spaccanapoli bis zur Piazza del Gesù Nuovo, mit der Kirche Gesù Nuovo auf der einen Seite und Santa Chiara gleich dahinter. Von dort geht es nach Westen zur Via Toledo und südwärts zu San Nicola alla Carità. Folge der Via Toledo weiter Richtung Meer, biege links zur Piazza Municipio und zum Castel Nuovo ab und beende den Weg an der Galleria Umberto I und der nahen Piazza del Plebiscito.
Neapel mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Neapel macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen, vom Archäologischen Nationalmuseum bis zur Piazza del Plebiscito, und alle vier Orte dieses Guides sind Stationen, dazu die Cappella Sansevero, San Domenico Maggiore, die Kirche Gesù Nuovo, der Neptunbrunnen und die Galleria Umberto I. An jeder Station löst du ein Rätsel und erfährst eine Geschichte, in deinem eigenen Tempo.
In Neapel gibt es außerdem einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game, falls du ein anderes Format bevorzugst.
Die Schnitzeljagd in Neapel spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Neapel machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Neapel spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
