
Der Bremer Marktplatz ist das alte Zentrum der Hansestadt, eingerahmt von Rathaus, Dom, dem Schütting der Kaufleute und dem Landesparlament. Das Rathaus und der steinerne Roland davor, beide aus dem frühen 15. Jahrhundert, sind gemeinsam UNESCO-Welterbe.
Der Bremer Marktplatz auf einen Blick
- Wo: in der Altstadt zwischen Dom und Obernstraße, wenige Gehminuten von der Weser und der Schlachte entfernt.
- Entstanden: als Platz seit dem Mittelalter genutzt und ab dem späten 12. Jahrhundert schrittweise eingeebnet und befestigt; das Rathaus wurde 1405 bis 1410 gebaut, der Roland 1404 aufgestellt.
- Heute: der wichtigste Platz der Stadt und Bühne für Weihnachtsmarkt und Freimarkt Ende Oktober; Rathaus und Roland sind seit 2004 Welterbe.
- Zeitbedarf: 30 Minuten für Platz und Figuren; länger mit Rathausführung oder Dombesuch.
Kaufleute, Ratsherren und eine freie Stadt
Der Platz war einst das Ufer der Balge, eines Seitenarms der Weser und Bremens erster Hafen. Als die Stadt durch den Handel reich wurde und der Hanse beitrat, baute der Rat hier sein gotisches Rathaus und stellte 1404 den Roland auf, ein Symbol für die Rechte und Freiheit der Stadt. Zwischen 1608 und 1612 erhielt das Rathaus seine reich geschmückte Fassade der Weserrenaissance zum Platz hin.
Rund um den Platz stehen Bauten aus mehreren Jahrhunderten: der Schütting, das Gildehaus der Kaufleute von 1537 und 1538, eine Reihe von Giebelhäusern und das Haus der Bürgerschaft, der 1966 fertiggestellte Parlamentsbau aus Glas und Beton, der damals viel Streit auslöste. 1836 wurde der Platz mit Sandstein neu gepflastert, einschließlich eines ins Pflaster gesetzten Hansekreuzes zur Erinnerung an die Hanseatische Legion der Befreiungskriege.
Worauf du achten solltest
- Der Roland: ein steinerner Ritter von rund fünfeinhalb Metern Höhe mit Schwert und einem Schild, dessen niederdeutsche Inschrift die Freiheit der Stadt verkündet.
- Die Fassade der Weserrenaissance am Rathaus mit dem großen Mittelgiebel, Skulpturen und Arkaden im Erdgeschoss.
- Die Bremer Stadtmusikanten an der Westseite des Rathauses: Gerhard Marcks’ Bronze von 1953 mit Esel, Hund, Katze und Hahn aus dem Märchen der Brüder Grimm. Viele Besucher fassen die Vorderbeine des Esels an, die längst blank poliert sind.
- Das Hansekreuz im Pflaster, innerhalb eines Kreises aus dunkleren Steinen.
- Der Spuckstein, ein Stein mit Kreuz im Pflaster zwischen Dom und Haus der Bürgerschaft (siehe unten).
Der Spuckstein
Der Spuckstein markiert die Stelle, an der Gesche Gottfried 1831 hingerichtet wurde, die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen. Sie hatte fünfzehn Menschen mit Arsen vergiftet, darunter ihre Eltern, Ehemänner und Kinder. Manche Bremer spucken bis heute im Vorbeigehen auf den Stein, daher der Name. Auch um den Roland rankt sich eine Sage: Solange er steht, bleibt Bremen frei, und angeblich wird für alle Fälle ein Ersatz-Roland im Ratskeller aufbewahrt.
Tipps für deinen Besuch
- Komm früh am Morgen oder am Abend, wenn der Platz ruhig und die Rathausfassade beleuchtet ist.
- Mach eine Rathausführung, um die Obere Rathaushalle mit den von der Decke hängenden Schiffsmodellen zu sehen.
- Ende Oktober füllt der Freimarkt, im Dezember der Weihnachtsmarkt den Platz: festlich, aber voll.
In der Nähe
- Bremer Dom (St. Petri Dom): mit seinen zwei Türmen und dem Bleikeller, in dem mumifizierte Leichen zu sehen sind.
- Böttcherstraße: eine kurze Backsteingasse, in den 1920er- und 1930er-Jahren im expressionistischen Stil umgebaut, mit einem Glockenspiel aus Meißener Porzellan.
- Schnoor: Bremens ältestes Viertel, ein Gewirr winziger Häuser, wenige Gehminuten südöstlich.
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