
Der Fischweiberbrunnen steht auf dem Fischmarkt in der Kölner Altstadt, zwischen den hohen, schmalen Häusern am Rheinufer und der romanischen Kirche Groß St. Martin. Vier steinerne Marktfrauen krönen seine Säule, jede in einer anderen Haltung – eine Erinnerung an die Frauen, die genau auf diesem Platz einst Fisch verkauften.
Der Fischweiberbrunnen auf einen Blick
- Wo: auf dem Fischmarkt in der Altstadt, nah am Rhein und direkt vor Groß St. Martin.
- Entstanden: 1986, zum 100-jährigen Bestehen der Kölner Kreishandwerkerschaft.
- Von: Rainer Walk (1947–2017), Kölner Steinmetz und Bildhauer.
- Was er heute ist: ein öffentlicher Brunnen und beliebter Treffpunkt auf dem Platz; in den wärmeren Monaten fließt Wasser.
- Zeitbedarf: 5–10 Minuten, länger, wenn du dich in eines der Cafés am Platz setzt.
Fisch, Zünfte und Marktfrauen
Der Name des Platzes ist kein Zufall. Hier wird seit dem Mittelalter mit Fisch gehandelt, der Fischmarkt ist bereits im 12. Jahrhundert belegt. Das große Gebäude am Ufer, das Stapelhaus, diente als städtische Fischhalle, in der Fänge gelagert und haltbar gemacht wurden. Köln lag an einem der verkehrsreichsten Flüsse Europas, und Rheinfisch wie Salzfisch von der Nordsee wurden in dieser Ecke der Stadt gehandelt.
Die Frauen, die ihn verkauften, hatten einen Platz in diesem System, aber keinen gleichberechtigten. Ab dem 16. Jahrhundert waren die Fischhändler in einer Zunft organisiert, in der Frauen Vollmitglieder waren. Große Fische, die gewogen werden mussten, durften sie jedoch nicht verkaufen, und 1482 verloren sie das Recht, Salzfisch zu verkaufen – ihnen blieb nur der Frischfisch. Der Brunnen, fünf Jahrhunderte später geschaffen, setzt diesen Frauen ein Denkmal an dem Ort, an dem sie standen.
Worauf du achten solltest
- Das Becken: Seine vierpassige Form greift den kleeblattförmigen Ostchor von Groß St. Martin auf, der Kirche direkt dahinter. Tritt ein paar Schritte zurück und vergleiche beide.
- Das Material: Der ganze Brunnen ist aus dunkler Basaltlava gehauen, einem Stein, der im Rheinland seit Jahrhunderten verbaut wird.
- Die vier Frauen: Im Osten lehnt eine müde an einem Fass, im Norden blickt eine verträumt in die Ferne, im Westen hält eine zwei Fische am Schwanz hoch, und im Süden legt die letzte die Hände an den Mund, um Kundschaft anzulocken.
- Der Ring auf Höhe des Wassers: Schau dir die Säule genau an – dort findest du Fische, eine Schnecke, ein Papierschiffchen und eine Meerjungfrau.
- Die Häuser dahinter: Die bunten, schmalen Giebelhäuser zum Rhein hin bilden die klassische Kölner Uferansicht, und der Brunnen steht direkt davor.
Das andere Werk des Bildhauers
Rainer Walk führte in Köln einen Steinmetzbetrieb, den heute seine Tochter in vierter Generation leitet. Er schuf auch Figuren für den Kölner Rathausturm, darunter Konrad von Hochstaden, den Erzbischof, der den Grundstein des Doms legte. Wenn du weiter zum Rathaus gehst, such seine Figur am Turm – dann hast du zwei Werke derselben Hand im Abstand von wenigen hundert Metern gesehen.
Tipps für deinen Besuch
- Geh einmal um den Brunnen herum, bevor du fotografierst: Jede Frau blickt in eine andere Richtung, und welche am ausdrucksstärksten wirkt, hängt vom Licht ab.
- Morgens ist es ruhiger; abends füllen sich die Terrassen rund um den Fischmarkt, und der Platz gehört zu den lebhaftesten Ecken der Altstadt.
- Den besten Überblick hast du von der Rheinpromenade: Schau von dort zurück auf den Brunnen mit den Häusern und dem Turm von Groß St. Martin dahinter.
In der Nähe
- Groß St. Martin: die romanische Kirche, deren Kleeblattchor das Brunnenbecken inspiriert hat, direkt hinter dem Brunnen.
- Tünnes und Schäl: Die beiden Bronzefiguren aus dem Hänneschen-Theater stehen an der Kirche, ein, zwei Minuten entfernt.
- Alter Markt: der alte Marktplatz mit dem Rathausturm und dem Jan-von-Werth-Brunnen, wenige Gehminuten entfernt.
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