Pegelturm in Köln: die Rheinuhr, die das Hochwasser anzeigt

The Pegelturm, the Rhine water-level tower on the Frankenwerft in Cologne

Der Pegelturm ist der kleine runde Turm an der Kölner Rheinpromenade, der den Wasserstand des Flusses auf einem Zifferblatt wie eine Uhr anzeigt. Er steht an der Frankenwerft in der Altstadt, und für Köln ist er mehr als eine Kuriosität: Wenn seine Zeiger steigen, bereitet sich die Stadt auf ihre Hochwasserschutzwände vor.

Der Pegelturm auf einen Blick

  • Wo: an der Frankenwerft, der Rheinpromenade der Altstadt, nahe der Deutzer Brücke, bei Rheinkilometer 688.
  • Gebaut: 1951.
  • Was es heute ist: der offizielle Kölner Rheinpegel, eine arbeitende Messstation und ein bekannter Treffpunkt.
  • So liest du ihn: Der kleine Zeiger zeigt die Meter, der große die Dezimeter.
  • Zeitbedarf: 5–10 Minuten, länger, wenn du an der Promenade entlangspazierst.

Ein Pegel, auf den die ganze Stadt schaut

Köln lebt mit dem Rhein, und sein Wasserstand ist wichtig für die Schifffahrt, für die Altstadt am Ufer und für alle, die nah am Fluss wohnen. Der Pegel im weißen Rundturm misst den Wasserstand mechanisch, die Werte gehen an die Hochwasserschutzzentrale der Stadt. Weil das Zifferblatt wie eine Uhr aussieht, kann jeder Vorbeigehende es mit einem Blick ablesen, und wenn der Rhein steigt, gehört der Kölner Pegel zu den ersten Meldungen der Lokalnachrichten.

Die Zahlen auf dem Zifferblatt haben praktische Bedeutung. Ab etwa 6,2 Metern dürfen Schiffe nur noch langsam und in Flussmitte fahren; bei 8,3 Metern wird die Schifffahrt eingestellt, weil die Schiffe nicht mehr sicher unter den Brücken hindurchpassen. Bei rund 7 Metern erreicht das Wasser die Altstadtpromenade und Hochwassertore werden geschlossen, ab etwa 9 Metern müssen in der Altstadt mobile Schutzwände stehen. Der größte Teil der Stadt ist bis 11,3 Meter geschützt, ein Wert, der etwa einmal in hundert Jahren erwartet wird.

Worauf du achten solltest

  • Das uhrähnliche Zifferblatt: Lies die Meter am kleinen und die Dezimeter am großen Zeiger ab und vergleiche mit dem Fluss vor dir.
  • Der runde weiße Turm selbst, ein bescheidenes Stück Technik der 1950er-Jahre zwischen den Giebelhäusern der Altstadt.
  • Die Kaimauern an der Promenade, auf die bei steigendem Wasser mobile Schutzwände gesetzt werden.
  • Die vorbeifahrenden Schiffe: Achte bei hohen Pegelständen darauf, wie sie langsamer werden oder festmachen.

Hochwasser, an die sich Köln erinnert

Der höchste je in Köln gemessene Wasserstand lag bei 13,55 Metern im Jahr 1784, bei einem Eishochwasser. Im 20. Jahrhundert lag der Rekord bei 10,69 Metern beim Neujahrshochwasser 1926. Dann kamen zwei Hochwasser kurz hintereinander: 10,63 Meter an Heiligabend 1993 und erneut 10,69 Meter im Januar 1995, als Teile der Altstadt unter Wasser standen und der Rhein bis zu 21 Zentimeter pro Stunde stieg. Nach diesen Fluten baute die Stadt ihren Hochwasserschutz aus, auch mit den mobilen Wänden, die du an der Promenade aufgebaut sehen kannst.

Tipps für deinen Besuch

  • Lies den Stand im Vorbeigehen ab und schau dann auf den Fluss: An normalen Tagen liegt das Wasser mehrere Meter unter der Promenade.
  • Im Frühjahr oder nach starkem Regen in den Alpen lohnt es sich, an verschiedenen Tagen vorbeizukommen und den Zeigern zuzusehen.
  • Verbinde den Turm mit einem Spaziergang am Rhein von der Deutzer Brücke bis zur Hohenzollernbrücke.

In der Nähe

  • Fischmarkt: der alte Fischmarktplatz mit bunten Giebelhäusern, wenige Minuten flussabwärts.
  • Groß St. Martin: die romanische Kirche, deren Turm das Rheinufer prägt, direkt hinter dem Fischmarkt.
  • Heumarkt: einer der größten Plätze der Altstadt, mit dem Reiterdenkmal für König Friedrich Wilhelm III., etwa fünf Minuten landeinwärts.
  • Deutzer Brücke: Geh hinüber für den Blick zurück auf Altstadt, Dom und Rheinpromenade.

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