Heumarkt in Köln: der bronzene König, der 1990 zurückkam

The Heumarkt in Cologne with the equestrian statue of Frederick William III

Der Heumarkt ist einer der größten Plätze der Kölner Altstadt, zwischen dem Gürzenich-Viertel und dem Rhein. In seiner Mitte steht ein riesiges Reiterdenkmal für König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, das 1943 vom Sockel geschleudert, 1973 größtenteils eingeschmolzen und 1990 mit einem neuen Reiter wieder zusammengesetzt wurde.

Der Heumarkt auf einen Blick

  • Wo: in der Altstadt, zwischen Rheinpromenade und Gürzenich, am westlichen Ende der Deutzer Brücke.
  • Entstanden: einer der alten Marktplätze des mittelalterlichen Köln; die Stadt nennt ihn den zweitgrößten Platz innerhalb der alten Mauern.
  • Von: Das Reiterdenkmal entwarf Gustav Blaeser, enthüllt wurde es 1878; den Reiter schuf Raimund Kittl 1990 neu.
  • Was es heute ist: ein belebter Platz und Straßenbahnknoten, im Winter mit Weihnachtsmarkt und Eisbahn.
  • Zeitbedarf: 15 Minuten, in der Weihnachtsmarktzeit mehr.

Ein Denkmal mit neun Leben

Das Denkmal für Friedrich Wilhelm III., unter dem das Rheinland preußisch wurde, schlug in den 1850er-Jahren der Kölner Oberbürgermeister vor; bezahlt wurde es mit Spenden aus der ganzen Rheinprovinz. Das Militär lehnte den Neumarkt ab, also kam es auf den Heumarkt. Gustav Blaeser modellierte den Reiter, starb aber 1874 vor der Fertigstellung, andere vollendeten die Reliefs. Die in Lauchhammer gegossene Bronze wurde am 26. September 1878 im Beisein von Kaiser Wilhelm I. enthüllt. Um den Sockel standen 16 überlebensgroße Figuren preußischer Reformer und Feldherren der Befreiungskriege.

Am 29. Juni 1943 schleuderte eine Bombenexplosion Pferd und Reiter vom Sockel. Der Stadtkonservator verhinderte, dass die Bronze für Waffen eingeschmolzen wurde, doch 1973 wurde der Großteil trotzdem eingeschmolzen. Nur der Kopf des Königs und das Hinterteil des Pferdes blieben übrig; das Hinterteil wurde bei den Kölnern als Pädsfott berühmt. Nach jahrelangem Einsatz schuf der Bildhauer Raimund Kittl den Reiter unter Verwendung der erhaltenen Teile neu, und am 29. September 1990 kehrte er auf den Platz zurück. Bis 2015 wurde der Sockel mit erhaltenen und rekonstruierten Figuren wieder aufgebaut.

Worauf du achten solltest

  • Das Gesicht des Königs: Die Delle aus dem Krieg, in Köln Blötsch genannt, wurde bewusst erhalten.
  • Die Figuren rund um den Sockel, manche original, manche mit neuen Köpfen rekonstruiert.
  • Die Größe des Platzes, der durch die Straßenbahngleise noch immer in einen größeren nördlichen und einen kleineren südlichen Teil getrennt ist.
  • Der Eingang zur U-Bahn-Station, die mit 27 Metern unter der Erde die tiefste der Stadt ist.

Der Pädsfott

Kölner Humor hat das Hinterteil des Pferdes zum Star des Denkmals gemacht. Als 1973 der größte Teil der Bronze eingeschmolzen wurde, blieb das Hinterteil erhalten; es wurde später an der Deutzer Brücke gezeigt und dann aus Protest gegen Pläne für ein Hotel auf dem Platz zum Heumarkt zurückgebracht. Der Spitzname Pädsfott ist geblieben, und viele Kölner verabreden sich noch heute damit.

Tipps für deinen Besuch

  • Von Ende November bis Anfang Januar füllen Weihnachtsmarkt und Eisbahn den Platz; abends ist es sehr voll.
  • Schau dir die Statue von der Südseite an, dann siehst du den König am besten vor den Altstadthäusern.
  • Geh von hier über die Deutzer Brücke, um zurück auf Altstadt, Groß St. Martin und Dom zu blicken.

In der Nähe

  • Gürzenich: Kölns mittelalterliches Festhaus, ein kurzer Weg nach Westen, bis heute für Bälle und die Karnevalszeit genutzt.
  • St. Maria im Kapitol: eine romanische Kirche an der Stelle eines römischen Tempels, wenige Minuten südwestlich.
  • Pegelturm: der runde Rheinpegel mit uhrähnlichem Zifferblatt, etwa fünf Minuten entfernt an der Frankenwerft.
  • Alter Markt und Historisches Rathaus: der alte Hauptplatz und das Rathaus mit gotischem Turm, gleich nördlich.

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