
Tünnes und Schäl sind zwei lebensgroße Bronzefiguren neben der romanischen Kirche Groß St. Martin in der Kölner Altstadt. Sie zeigen das beliebteste Komikerpaar der Stadt aus dem Hänneschen-Theater, und Tünnes’ dicke Nase glänzt golden, weil so viele Besucher sie für Glück reiben.
Tünnes und Schäl auf einen Blick
- Wo: in der Altstadt neben Groß St. Martin, am Hanenhaus in der Lintgasse 9, wenige Minuten vom Alter Markt und vom Rhein.
- Von: dem Kölner Bildhauer Wolfgang Reuter, im Auftrag des Kölner Architekten Josef „Jupp“ Engels (1909–1991).
- Was sie heute sind: ein frei zugängliches Figurenpaar und eines der meistfotografierten Motive der Altstadt.
- Zeitbedarf: 5–10 Minuten.
Von der Puppenbühne an die Straßenecke
Tünnes und Schäl stammen aus dem Hänneschen-Theater, Kölns traditionellem Stockpuppentheater. Tünnes wurde 1803 von Johann Christoph Winters erfunden, dem Gründer des ersten Hänneschen-Theaters; Schäl kam um 1850 dazu. In über zwei Jahrhunderten wurden sie zu den Hauptfiguren unzähliger Kölner Witze, in denen der langsame, aber gutmütige Tünnes und der gerissene Schäl über das Leben, das Geld und die Stadt streiten.
Beide sind Karikaturen Kölner Typen. Tünnes, dessen Name die rheinische Kurzform von Antonius ist, ist der Bauer vom Land, der in die Stadt gezogen ist, mit blauem Kittel und dicker roter Nase. Schäl ist der schlanke Städter und Lebemann in Frack und Hut, der sich für schlauer hält als sein Freund. Sein Name bezieht sich auf sein Schielen, und im Kölschen bedeutet „schäl“ auch falsch oder schief.
Worauf du achten solltest
- Tünnes’ Nase: von Tausenden Händen blank poliert, hebt sie sich deutlich von der dunklen Bronze der übrigen Figur ab.
- Der Gegensatz der beiden: Vergleiche Tünnes’ runde, bäuerliche Gestalt mit Schäls dünner Figur, Frack und Hut.
- Die Tafel am Hanenhaus: Ein Schild am Gebäude verkündet, dass Tünnes und Schäl hier bei ihrem Freund Jupp Engels wohnen, dem Architekten, der sie in Auftrag gab.
- Die Kirche dahinter: Die Apsiden von Groß St. Martin bilden den Hintergrund, so hast du beide Wahrzeichen auf einem Bild.
Nasereiben und die „Schäl Sick“
Tünnes’ Nase zu berühren soll Glück bringen – deshalb glänzt sie, während der Rest der Figur dunkel bleibt. Außerdem gibt es eine Geschichte, die man als Gerücht nehmen sollte: Schäl sei erfunden worden, um ein konkurrierendes Puppentheater auf der rechten Rheinseite zu verspotten, der Seite, die man in Köln bis heute scherzhaft „Schäl Sick“ nennt, die falsche Seite.
Tipps für deinen Besuch
- Komm am Vormittag, wenn du ein Foto ohne Warteschlange willst; später am Tag sammeln sich Gruppen um die Figuren.
- Reib die Nase sanft und mach dann Platz für die Nächsten.
- Wenn dir die Figuren gefallen, such das zweite, ähnliche Figurenpaar in der Schalterhalle der Kreissparkasse am Neumarkt.
In der Nähe
- Groß St. Martin: die romanische Kirche direkt hinter den Figuren, mit römischen Resten in der Krypta.
- Fischweiberbrunnen: ein Basaltbrunnen mit vier Marktfrauen auf dem Fischmarkt, ein, zwei Minuten entfernt.
- Alter Markt: der alte Marktplatz mit dem Rathausturm und dem Jan-von-Werth-Brunnen, wenige Gehminuten entfernt.
- Hänneschen-Theater: das Puppentheater am Eisenmarkt, in dem Tünnes und Schäl bis heute auf der Bühne stehen, nahe dem Heumarkt.
Köln mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Köln macht die Altstadt zu einem Spiel, das du auf deinem Handy spielst. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 20 Minuten zu Fuß. Die Figuren selbst sind keine Station, aber die Route hält an Groß St. Martin direkt daneben und führt auch zum Alter Markt, zum Fischmarkt und zum Kölner Dom. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch spielen.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Köln gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Köln spielen →
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Fakten geprüft im Oktober 2026.
