
Die Markthalle ist Freiburgs überdachte Essenshalle, versteckt in der Altstadt zwischen Kaiser-Joseph-Straße und Grünwälderstraße, ein paar Schritte vom Martinstor entfernt. An ihren Ständen gibt es alles von badischem Schäufele bis zu afghanischem Reis und brasilianischem Bohneneintopf. Überraschend ist das Gebäude: Bis in die 1980er-Jahre war es eine Druckerei, in der Zeitungen von den Rotationsmaschinen liefen.
Die Markthalle auf einen Blick
- Wo: Grünwälderstraße 4, im südlichen Teil der Altstadt, nahe Martinstor und Kaiser-Joseph-Straße.
- Eröffnet: 6. Juni 1987; renoviert und im Oktober 2007 wiedereröffnet.
- Was sie heute ist: eine überdachte Essenshalle mit rund zwanzig unabhängigen Ständen, einer Bar und gemeinsamen Tischen, mittags voller Büroleute, abends voller Freundesgruppen.
- Das Gebäude: ein denkmalgeschütztes Sandsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert, die ehemalige Druckerei des Verlags Poppen & Ortmann.
- Zeitbedarf: 30–60 Minuten für ein Essen; 10 Minuten, wenn du dich nur umschauen willst.
Von der Druckerpresse zum Essensstand
Jahrzehntelang wurden hier im Verlag Poppen & Ortmann Zeitungen gedruckt. Als Satz und Druck auf neue Technik und in neue Räume umzogen, stand die alte Druckhalle mitten in der Altstadt leer. Freiburger Gastronomen hatten die Idee, sie stattdessen mit Essensständen zu füllen, und am 6. Juni 1987 eröffnete die Markthalle; Oberbürgermeister Rolf Böhme durchschnitt das Band. Zu Beginn gab es 24 Verkaufsstände und sechs Aktionsstände auf rund 800 Quadratmetern, in der ehemaligen Rotationshalle.
Zwanzig Jahre später wurde die Halle renoviert und am 6. Oktober 2007 mit rund zwanzig Ständen wiedereröffnet. Die Grundidee ist gleich geblieben: Jeder Stand wird von einem eigenen Betreiber geführt, nicht von einer Kette, und du kannst dir an einem ein Curry holen, am nächsten ein Glas badischen Wein und am dritten den Nachtisch und dann gemeinsam an den Tischen in der Mitte essen. Freiburg hatte eine Food Hall, Jahrzehnte bevor das Format in Großstädten Mode wurde.
Worauf du achten solltest
- Der Eingang: Von der Straße aus leicht zu übersehen, führt er dich durch das alte Gebäude in die Halle, die sich plötzlich vor dir öffnet.
- Das Glasdach über dem zentralen Raum, das Tageslicht in die einstige Halle voller Druckmaschinen lässt, und die Kronleuchter darunter.
- Die Sandsteinfassade des alten Verlagsgebäudes, ein Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert.
- Die Mischung an den Theken: badisches Schäufele neben afghanischem Qabili Palau, brasilianischer Feijoada, indischen Currys und italienischem Espresso.
Essen wie die Freiburger
Die Markthalle ist die eine Hälfte von Freiburgs Essensszene, die andere liegt unter freiem Himmel. Auf dem Münsterplatz rund um das Münster findet jeden Tag außer sonntags ein Bauernmarkt statt, mit Ständen aus Baden und dem Schwarzwald, die Obst, Gemüse, Käse und Brot verkaufen. Sein Klassiker ist die Lange Rote, eine lange gegrillte Wurst im Brötchen, oft mit Röstzwiebeln. Viele machen beides am selben Tag: vormittags Markt, mittags oder abends Markthalle.
Tipps für deinen Besuch
- Mittags ist am meisten los, dann stehen die Büroleute an den Theken Schlange. Komm etwas vor zwölf oder am Nachmittag, dann hast du eher freie Platzwahl.
- Geh erst einmal an allen Ständen vorbei, bevor du dich entscheidest. Jeder ist ein eigener Betrieb, du bestellst und bezahlst also an jedem Stand separat.
- Verbinde das Essen mit einem Spaziergang an den Bächle entlang, den kleinen Wasserläufen der Altstadt, die durch die Straßen rund um das Martinstor fließen.
In der Nähe
- Martinstor: eines der beiden erhaltenen mittelalterlichen Stadttore Freiburgs, 1238 erstmals erwähnt und 1901 auf 60 Meter erhöht; die Straßenbahn fährt durch seinen Bogen.
- Augustinermuseum: das Kunstmuseum der Stadt in einem ehemaligen Augustinerkloster, bekannt für Originalskulpturen vom Freiburger Münster, ein paar Gehminuten entfernt.
- Gerberau und Fischerau: zwei ruhige Gassen an einem alten Kanal, einst Wohnort von Gerbern und Fischern, heute mit kleinen Läden und Cafés.
- Freiburger Münster: die gotische Kathedrale mit ihrem durchbrochenen Steinturm, etwa zehn Gehminuten nördlich über die Kaiser-Joseph-Straße.
Freiburg mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Freiburg macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 24 Minuten zu Fuß. Sie führt unter anderem zum Schwabentor, zum Freiburger Münster und zum Alten Rathaus, die Markthalle ist also ein guter Ort zum Essen davor oder danach.
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