Alter Markt in Köln: Jan von Werth und der Kallendresser

The Alter Markt square in Cologne with the City Hall tower

Der Alter Markt ist der Platz am Fuß des Rathausturms in der Kölner Altstadt, gesäumt von hohen Giebelhäusern, Caféterrassen und Brauhäusern. Seit tausend Jahren ist er Marktplatz der Stadt, und heute wird hier jedes Jahr offiziell der Straßenkarneval eröffnet.

Der Alter Markt auf einen Blick

  • Wo: in der Altstadt, zwischen Rathaus und Rhein, neben dem Heumarkt.
  • Entstanden: im 10. Jahrhundert, als ein verlandeter römischer Hafen an einem Rheinarm zugeschüttet wurde.
  • Was er heute ist: ein Fußgängerplatz mit dem Jan-von-Werth-Brunnen, Außengastronomie und der Hauptbühne für die Karnevalseröffnung.
  • Zeitbedarf: 15–20 Minuten zum Umschauen, länger mit einem Kölsch.

Vom Römerhafen zum Marktplatz

In römischer Zeit lag hier ein Hafen an einem Rheinarm, der die Stadt von einer Insel trennte. Als der Arm verlandete, wurde er im 10. Jahrhundert zugeschüttet, und das neue Gelände wurde zum zentralen Markt Kölns. Bis ins 13. Jahrhundert bildeten Alter Markt und Heumarkt einen einzigen langen Marktplatz. Im Spätmittelalter fanden hier auch öffentliche Hinrichtungen und gelegentlich Ritterturniere statt.

Wie fast die ganze Altstadt wurde der Platz im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt; die meisten Häuser sind Nachkriegsbauten im alten Stil. Nur zwei historische Häuser auf der Ostseite sind erhalten, „Zur Brezel“ und „Zum Dorn“, beide im 16. Jahrhundert im Renaissancestil errichtet. Die Westseite beherrscht der gotische Rathausturm, erbaut zwischen 1407 und 1414.

Worauf du achten solltest

  • Der Jan-von-Werth-Brunnen: 1884 vom Bildhauer Wilhelm Albermann geschaffen, zeigt er den General des Dreißigjährigen Kriegs auf einem hohen Sockel.
  • Die Reliefs von Jan und Griet: Rund um den Sockel erzählen Szenen die Geschichte vom Knecht und der Magd, die ihn abwies.
  • Der Kallendresser: Schau hinauf zum Dach von Haus Nr. 24 – dort hockt ein Bronzemann mit heruntergelassener Hose, 1956 von Ewald Mataré geschaffen als moderne Fassung einer älteren Figur an einem Nachbarhaus.
  • Der Platzjabbeck: ein geschnitzter Kopf über der Uhr des Rathausturms, der zur vollen Stunde die Zunge herausstreckt.
  • Zur Brezel und Zum Dorn: die beiden Renaissancehäuser auf der Ostseite, die ältesten Fassaden am Platz.

Die Legende von Jan und Griet

Der Legende nach hielt Jan, ein armer Knecht, um die Hand der Magd Griet an, doch sie lehnte ab, weil er zu arm war. Jan ging zum Militär, wurde ein berühmter General und kehrte im Triumph nach Köln zurück. Als er am Markt vorbeiritt, sah er Griet, noch immer unverheiratet, Obst verkaufen. „Griet, wer et hätt jedonn“, sagte er; „Jan, wer et hätt jewoss“, antwortete sie. Die Geschichte wird in Köln in jeder Session erzählt.

Tipps für deinen Besuch

  • Komm zur vollen Stunde, um den Platzjabbeck die Zunge herausstrecken zu sehen, und um 12 Uhr für das Glockenspiel im Rathausturm.
  • Rund um Karneval, besonders an Weiberfastnacht, dem Donnerstag vor Aschermittwoch, ist der Platz ab dem Morgen brechend voll; für Brunnen und Häuser in Ruhe komm an einem anderen Tag.
  • Den Kallendresser übersieht man leicht: Stell dich in die Nähe des Brunnens und such die Dachkanten auf der Ostseite ab.

In der Nähe

  • Rathausturm: der 61 Meter hohe gotische Turm mit 124 Figuren und Glockenspiel, direkt am Platz.
  • Groß St. Martin: die romanische Kirche mit Kleeblattchor, ein paar Minuten Richtung Rhein.
  • Tünnes und Schäl: zwei Bronzefiguren aus dem Hänneschen-Theater neben Groß St. Martin; Tünnes’ Nase zu reiben soll Glück bringen.
  • Heumarkt: der größere Platz gleich südlich, einst Teil desselben mittelalterlichen Marktes.

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