
Der Fischmarkt ist ein kleiner Platz in der Kölner Altstadt zwischen der romanischen Kirche Groß St. Martin und der Rheinpromenade. Seit dem Mittelalter wurde hier Fisch verkauft, vor allem Hering, und die Reihe schmaler, bunt gestrichener Giebelhäuser vor dem Kirchturm gehört zu den meistfotografierten Ansichten der Stadt.
Der Fischmarkt auf einen Blick
- Wo: in der Altstadt zwischen Groß St. Martin und dem Rhein, an der Straße Am Leystapel, wenige Minuten von der Haltestelle Rathaus.
- Entstanden: Ein Fischmarkt ist hier seit dem 12. Jahrhundert als forum piscium belegt; die meisten heutigen Fassaden wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.
- Was es heute ist: ein Fußgängerplatz mit Cafés und Restaurants, dem Fischweiberbrunnen und Blick auf den Fluss.
- Zeitbedarf: 15–20 Minuten, länger, wenn du etwas trinkst.
Hering, Stapelrecht und Fischweiber
Wahrscheinlich wurde hier am Rheinufer schon im frühen Mittelalter mit Fisch gehandelt, und die ersten Urkunden des 12. Jahrhunderts nennen den Ort forum piscium, den Fischmarkt. Ab dem 13. Jahrhundert lag der Markt auf dem Streifen zwischen dem Chor von Groß St. Martin und der Stadtmauer am Fluss. 1259 erhielt Köln das Stapelrecht: Waren, die auf dem Rhein transportiert wurden, darunter viel Hering aus Holland, mussten drei Tage lang den Kölner Bürgern angeboten werden, bevor sie weiterreisen durften. Das Stapelhaus an der Nordseite des Platzes erinnert bis heute an dieses Privileg.
Frischer Fisch wurde an Ständen verkauft, die an Zwischenhändler verpachtet waren, Lachs wurde auf Bänken zerteilt, und die Fischweiber verkauften kleine Fische und Krebse. Im 19. Jahrhundert wanderte der Handel in Läden ab. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt zu etwa 90 Prozent zerstört, Groß St. Martin eingeschlossen, und nach dem Krieg baute man die schmalen, steilgiebeligen Häuser im historischen Stil wieder auf. 1982 verschwand der Uferverkehr in einem Tunnel, so entstand der Rheingarten, der den Platz mit der Promenade verbindet.
Worauf du achten solltest
- Die Reihe schmaler Giebelhäuser in kräftigen Farben, am schönsten mit dem Turm von Groß St. Martin dahinter.
- Das Stapelhaus an der Nordseite des Platzes, benannt nach dem mittelalterlichen Kölner Stapelrecht.
- Der Fischweiberbrunnen von Rainer Walk aus dem Jahr 1986, eine Hommage an die Frauen, die hier Fisch verkauften.
- Der Blick über den Rhein nach Deutz und die Promenade entlang zur Hohenzollernbrücke.
- Der Chor von Groß St. Martin selbst, der den Platz zur Stadtseite hin abschließt.
Neue Häuser, alter Look
Vieles, was am Fischmarkt mittelalterlich aussieht, ist ein sorgfältiger Wiederaufbau der Nachkriegszeit. Die Überraschung kam vor Kurzem: Bei Sanierungsarbeiten an den schmalen Häusern, den Stapelhäuschen, stellten Fachleute fest, dass ein Teil des Holzes älter ist als gedacht, möglicherweise aus dem 18. oder sogar 16. Jahrhundert. Wegen baulicher Probleme kann ein Teil der Häuserzeile eingerüstet sein, also informiere dich, bevor du dein Foto planst.
Tipps für deinen Besuch
- Komm früh am Morgen für das klassische Foto ohne Menschenmengen oder in der Dämmerung, wenn Fassaden und Kirche beleuchtet sind.
- Stell dich auf die Seite der Rheinpromenade, um Häuser und Turm zusammen im Bild zu haben.
- Verbinde den Platz mit einem Spaziergang durch den Rheingarten, den Uferpark über dem Tunnel.
- An Sommerwochenenden ist die Altstadt sehr voll; unter der Woche ist es morgens ruhiger.
In der Nähe
- Groß St. Martin: die romanische Kirche mit ihren vier Ecktürmen, direkt hinter dem Platz.
- Pegelturm: der runde Rheinpegel mit seinem uhrähnlichen Zifferblatt an der Frankenwerft, wenige Minuten am Fluss entlang.
- Alter Markt und Historisches Rathaus: Kölns alter Hauptplatz und das Rathaus mit seinem gotischen Turm, ein kurzer Weg landeinwärts.
- Kölner Dom: die große gotische Kathedrale der Stadt, etwa zehn Minuten zu Fuß nördlich.
Köln mit World City Trail entdecken
Unsere Schnitzeljagd in Köln macht die Altstadt zu einem Spiel auf deinem Handy. Die Route verbindet 10 Stationen und dauert etwa 2 Stunden, davon rund 20 Minuten zu Fuß. Der Fischmarkt ist eine der Stationen, ebenso wie Groß St. Martin, der Pegelturm und der Alter Markt. Du kannst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Niederländisch spielen.
Wenn dir ein anderes Format lieber ist: In Köln gibt es auch einen selbstgeführten Stadtrundgang und ein Outdoor-Escape-Game.
Die Schnitzeljagd in Köln spielen →
Den selbstgeführten Stadtrundgang durch Köln machen →
Das Outdoor-Escape-Game in Köln spielen →
Fakten geprüft im Oktober 2026.
